Von Johannes Paul II. bis Leo XIV: Sorge um Papst-Gesundheit
Die Ankündigung von Papst Leo, sich wegen eines Knotens in der Lunge operieren zu müssen, sorgte am Sonntag weltweit für Aufsehen. Auch seine Vorgänger sprachen immer wieder über gesundheitliche Probleme.

Die Ankündigung von Papst Leo XIV., sich einer Lungenoperation unterziehen zu müssen, hat weltweit für Überraschung gesorgt. Nach dem Ende des Pontifikats von Franziskus im April 2025, das von Krankheiten und wiederholten Spitalsaufenthalten geprägt war, rückt damit erneut die Gesundheit eines Kirchenoberhaupts ins Rampenlicht.
Offen über den Gesundheitszustand des Papstes zu sprechen, ist im Vatikan keine neue Entwicklung. Bereits am 12. Juli 1992 kündigte Papst Johannes Paul II. am Ende des Angelusgebets an, sich noch am selben Abend zu diagnostischen Untersuchungen in die Gemelli-Poliklinik in Rom zu begeben. "Ich bitte euch um eure Gebete", sagte er damals.
Franziskus informierte die Öffentlichkeit wiederholt über Gesundheitsprobleme
Auch Franziskus informierte die Öffentlichkeit wiederholt über seine gesundheitlichen Probleme. Am 29. März 2018 kündigte er bei einem Besuch im römischen Gefängnis Regina Coeli an, sich einer Augenoperation unterziehen zu müssen. Am 11. Mai 2022 sprach er nach einer Generalaudienz über seine Kniebeschwerden. Wegen seines weiterhin schmerzenden Knies könne er die Gläubigen an diesem Tag nicht persönlich begrüßen, erklärte er.
Die gesundheitlichen Einschränkungen der Päpste haben auch den Verlauf ihrer Pontifikate beeinflusst. Franziskus konnte beispielsweise das Heilige Jahr 2025 wegen einer anhaltenden Bronchitis, die schließlich zu seinem Tod führte, nicht vollständig erleben. In seinen letzten Jahren hatte er zunehmend den Rollstuhl und ein Hörgerät genutzt. Damit wollte er möglicherweise auch Menschen in vergleichbaren Situationen zeigen, dass das Leben trotz Krankheit oder Behinderung lebenswert bleibt.
Pontifikat von Johannes Paul II. von mehreren Beschwerden belastet
Bei Johannes Paul II. waren die letzten Jahre seines Pontifikats von zunehmenden Schwierigkeiten beim Gehen und später auch beim Sprechen geprägt. Hinzu kamen wiederholte Krankenhausaufenthalte. Der polnische Papst verbarg die Symptome seiner Erkrankung nicht und zeigte öffentlich, wie sein Körper zunehmend an Grenzen stieß.
Zu den zahlreichen Klinikaufenthalten des polnischen Papstes gehörte jener nach dem Attentat vom 13. Mai 1981 auf dem Petersplatz. Später musste sich Johannes Paul II. unter anderem wegen eines Darmadenoms behandeln lassen. Sein längster Krankenhausaufenthalt dauerte im Jahr 1981 55 Tage. Ursache war eine Infektion, die er sich vermutlich nach Bluttransfusionen infolge der Schussverletzungen zugezogen hatte. Viele Gläubige und Beobachter sahen im Umgang von Karol Wojtyla mit der Krankheit ein eindrucksvolles Zeugnis innerer Stärke und seines Glaubens.
Die Ankündigung von Papst Leo, sich wegen eines Knotens in einem frühen Stadium und an einer klar begrenzten Stelle in der Lunge operieren zu müssen, sorgte am Sonntag weltweit für Aufsehen. Der 71-jährige US-Papst ist sportlich und führt ein gesundes Leben. Im Sommer verbrachte er mehrere Tage in seiner Sommerresidenz Castel Gandolfo, wo er unter anderem Tennis spielen konnte.