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Maxlaunmarkt 2026: Dieser Mann ist das bestgehütete Geheimnis

Auf den Spuren des geheimnisvollen „Maxlauners“. Was die Traditionsfigur so außergewöhnlich macht und warum nur ein einziger in Niederwölz das Geheimnis kennt.

© KLZ / Patrick Neves
Das bestgehütete Geheimnis“ von ganz Niederwölz ist gelüftet. Der neue „Maxlauner“ heißt Werner Hansmann
Thomas Plauder
Redakteur Bundesland Steiermark

Der Maxlaunmarkt in Niederwölz, das ist nicht nur für die Bewohner der 616-Einwohner-Gemeinde im Bezirk Murau die „fünfte Jahreszeit“, das ist auch seine Zeit – die Zeit des „Maxlauners“. „Er ist das bestgehütete Geheimnis im ganzen Dorf“, erklären die Damen der Sängerrunde Niederwölz, die an diesem Sonntag (11. Oktober) schon kurz vor 10 Uhr vormittags Aufstellung vor dem „Stinglbauer“-Haus genommen haben. Feuerwehr und Blasmusik sind auch schon da. Aus gutem Grund: Hier, im ältesten Haus des Ortes, wird seit Jahrhunderten die Marktfreyung aufbewahrt.

Als wenig später in einer Prozession die Figur des Heiligen Maximilians, des Kirchenheiligen, den Ort des Geschehens erreicht und Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl die Segensworte gesprochen hat, liegt Spannung in der Luft und die Straße vor dem Haus ist gut gefüllt. Alle warten sie auf den „Maxlauner“.

Das Geheimnis ist gelüftet

Und dann, mit einem kräftigen Juchzer stürmt sie aus der Haustür beim „Stinglbauer“: die geheimnisvolle Traditionsfigur mit dem rot und blau geschminkten Gesicht. Der „Maxlauner“ reckt die Arme in die Höhe und schreit voller Inbrunst sein „Maxlaunerisch“ in den Himmel. Nicht zum letzten Mal an diesem Tag. Das Geheimnis ist gelüftet.

Der neue „Maxlauner“ heißt Werner Hansmann und erfüllt alle Kriterien, die er dafür mitbringen muss. Er ist ledig und in der Gemeinde Niederwölz geboren. Im Sprint jagt der 42-Jährige durch die Menschenmenge und reibt seine gefärbten Wangen nahezu im Sekundentakt an jene der anwesenden Damen. Und das sind viele. „Abhalsen“ nennt sich das. „Wenn man vom Maxlauner abgehalst wird, bringt das Glück, Segen und Fruchtbarkeit“, erklärt Daniela Haselmann lachend. Auch sie hat die Farbe des „Maxlauners“ bereits im Gesicht. Dass das Makeup damit verhaut ist, ist ihr völlig egal. „Das ist ganz wurscht“, tut Haselmann kund, „die Farbe bleibt jetzt den ganzen Tag im Gesicht, die trägt man mit Stolz.“

Wenn man vom Maxlauner abgehalst wird, bringt das Glück, Segen und Fruchtbarkeit.

— Daniela Haselmann

Auch Gruppeninspektorin Christiane Bogensberger, die mit ihren Kollegen am Maxlaunmarkt Dienst versieht, hat schon rote Farbe im Gesicht. Kurz zuvor hat der Maxlauner – ausgelassen wie er ist – auch die uniformierte Polizistin „abgehalst“. „Das darf aber nur der Maxlauner, weil es ja Glück und Segen bringt“, sagt Bogensberger schmunzelnd und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu. „Jeder andere würde vermutlich abgeführt werden.“

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Freyungsträger Daniel Reinmüller (rechts) sucht alljährlich den „Maxlauner“ aus. Nur er kennt das Geheimnis.
Freyungsträger Daniel Reinmüller (rechts) sucht alljährlich den „Maxlauner“ aus. Nur er kennt das Geheimnis. © KLZ / Patrick Neves

Mittlerweile hat die Marktfreyung, die im Rahmen des „Freyung austragen“ – das Brauchtum gehört seit 2013 sogar zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe Österreichs – durch den Ort zum Marktplatz getragen wird, das zweite Gasthaus erreicht. Die Prozession, an der in diesem Jahr auch Landesrat Karlheinz Kornhäusl, „Air Chief“ Gerfried Promberger oder Landespolizeidirektor Gerald Ortner teilnehmen, hat eine Pause eingelegt. Und Werner Hansmann, der „Maxlauner“ wird nachgeschminkt. „Mit meinen 42 Jahren bin ich ja eigentlich ein Spätstarter“, sagt der unverheiratete Vater einer zwei Monate alten Tochter.

Der Job des Maxlauners ist vermutlich der härteste, aber auch der schönste Job auf dem Maxlaunmarkt.

— „Maxlauner“ Werner Hansmann

Der „Job“ des „Maxlauners“ sei laut Hansmann vermutlich „der härteste, aber auch der schönste“ auf dem Maxlaunmarkt. „Das ist eine einzigartige Chance, die man einmal im Leben machen darf. Da sagt man nicht nein, denn das ist eine große Ehre.“ Fast alle fünf Minuten muss die Farbe in seinem Gesicht erneuert werden, denn Werner Hansmann ist fleißig. Das bestätigt auch der Helfer, der das Schminken übernimmt, lachend. „So viel Arbeit habe ich noch nie gehabt.“ Wie viele Damen halst der „Maxlauner“ eigentlich an einem Tag ab? „Keine Ahnung, gefühlt sind es aber zehn Damen in 20 Sekunden“, plaudert Werner Hansmann, der auch als Trompeter im örtlichen Musikverein aktiv ist, aus. Seine Arbeit ist an diesem Sonntag noch lange nicht getan und auch am morgigen Montag rückt er noch einmal zum „Abhalsen“ aus.

Nur ein Mann kennt das Geheimnis

Und dann gibt es da noch Daniel Reinmüller. Der Gleisbauer wurde vom Niederwölzer Bürgermeister Albert Brunner vor fünf Jahren als Freyungsträger auserkoren. Und der wiederum hat die Aufgabe, alljährlich den „Maxlauner“ auszusuchen. Etwa zwei Monate vor dem Markt frage er den jeweiligen Wunschkandidaten, verrät Reinmüller. „Aber ich habe jetzt schon den Maxlauner für das Jahr 2027 im Kopf.“ Der bleibt bis dahin allerdings wie üblich das „bestgehütete Geheimnis“ von ganz Niederwölz.

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Auch am Sonntag war in Niederwölz wieder einiges los. Am dritten Tag des Maxlaunmarkts stand vor allem das traditionelle Brauchtum im Mittelpunkt.
Auch am Sonntag war in Niederwölz wieder einiges los. Am dritten Tag des Maxlaunmarkts stand vor allem das traditionelle Brauchtum im Mittelpunkt. © KLZ / Patrick Neves