GAK-Tormann Cican Stankovic: „Derzeit ist sehr viel Energie im Verein“
Gegen Ex-Klub Salzburg zeigte der Goalie einige starke Paraden und traut den Rotjacken in Zukunft einiges zu.
Im 15. Antreten hat Salzburg beim 0:0 gegen den GAK erstmals in dieser Saison nicht zumindest ein Tor geschossen. Das lag allgemein an einer engagierten Mannschaftsleistung der Grazer, in manchen konkreten Szenen jedoch an einem bestens aufgelegten Cican Stankovic im Tor.
Zum zweiten Mal behielt er in Diensten des GAK in der Bundesliga die weiße Weste und zeigte dabei gegen seinen langjährigen Arbeitgeber, mit dem er sechs Meistertitel und fünf Cupsiege feierte, einige starke Paraden. „Ich war darauf eingestellt, dass diese Partie sehr intensiv sein wird. Denn sie haben sehr viel Qualität vorne, können aus keiner Chance ein Tor machen, aber wir haben sie sehr gut verteidigt“, lobte der 33-Jährige.
In der letzten Minute der Nachspielzeit hielt der Keeper den Punkt mit einem Reflex gegen Haris Tabakovic fest, bei dem er selbst nicht genau wusste, wie er ihn zustande brachte: „Es ist so schnell gegangen. Es war ein bisschen gegen die Laufrichtung. Ich bin einfach richtig froh, dass ich den Ball noch irgendwie halten konnte.“
Beginnend mit einem entschärften Freistoß in den Anfangsminuten waren einige Paraden dabei, aber eine Szene ärgerte Stankovic dann doch. Nach einer halben Stunde berechnete er den Ball beim Rauslaufen falsch und war auf eine gelungene Rettungstat von Michael Sollbauer angewiesen. „Im Endeffekt war es eine gute Leistung, aber über diese Aktion ärgere ich mich natürlich“, so der Niederösterreicher, der aber zumindest über Sollbauers Ankündigung, in Zukunft das Tormanntraining zu bereichern, lachen konnte: „Kein Problem. Wir haben immer zwei Tormanntrainer, also kann er gerne mitmachen. Seine Grätsche war Weltklasse.“
Der GAK ist ein schlafender Riese in der Bundesliga, der viel Potenzial nach oben hat.
— Cican Stankovic
Trainer Gerald Scheiblehner ist sehr zufrieden, wie verlässlich sich sein Schlussmann präsentiert. „Er ist viel kommunikativer als zu Beginn, als ich gekommen bin“, streicht der 49-Jährige hervor, „er arbeitet hart, ist einer unserer älteren Spieler. Aber auch wenn er sehr erfahren ist, ist er immer noch hungrig und will immer besser werden.“
In der Offensive blieb dem GAK trotz dreier Aluminium-Treffer ein Tor verwehrt. „Unglaublich, dass der Ball nicht reingehen wollte. Wir waren in der zweiten Halbzeit ganz klar die bessere Mannschaft“, fand Stankovic, für den es jedoch eine Leistung war, auf der man weiter aufbauen könne: „Wenn wir so weiterspielen, werden viele Gegner Probleme mit uns haben. Gegen uns wollen die die Mannschaften nicht mehr gerne spielen. Der GAK ist ein schlafender Riese in der Bundesliga, der viel Potenzial nach oben hat.“
In den vergangenen Wochen würden die Rotjacken „ein ganz ein anderes Gesicht“ zeigen. Scheiblehner ist es gelungen, für frischen Wind zu sorgen. Dieser Funke würde auch auf die Zuschauer überspringen: „Derzeit ist sehr viel Energie im Verein. Das spüren wir und so spielen wir auch. Diese Energie kommt von uns vom Spielfeld und wird auch auf das Publikum übertragen.“

Nach dem Schlusspfiff stimmten die Fans alle Beteiligten auf das Grazer Derby ein. Stankovic ist bereits voller Vorfreude auf das Duell mit Sturm: „Ein Derby ist immer etwas Besonderes. Das habe ich in Griechenland bei AEK Athen erleben dürfen. Da geht es wirklich zur Sache“, erinnert sich der Routinier. Speziell gegen Olympiakos sei die Stimmung sehr heiß gewesen. Wenngleich selbige nur von den Heimfans ausgehen konnte, Gästefans waren nicht zugelassen: „Hier spiele ich zum ersten Mal ein Derby, in dem beide Fanlager dabei sein werden. Das ist etwas Neues für mich.“
Dass der GAK hoffnungsfroh ins stadtinterne Kräftemessen geht, ist angesichts des Aufwärtstrends verständlich. Optimismus regierte auch vor vergangenen Derbys mitunter. Für Scheiblehner zählt, dem Gesagten auch Taten folgen zu lassen: „Es geht darum, dass wir nicht nur davon reden, ein Derby zu gewinnen, sondern es am Platz umsetzen. Wir müssen zeigen, dass wir bereit sind, diesen Schritt zu gehen.“