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Eine öffentliche Hinrichtung führt die USA zurück ins 19. Jahrhundert

Thomas Golser
Redakteur Außenpolitik/International
© IMAGO
Kriegsminister Pete Hegseth bei einem aktuellen Auftritt

Dass das Weiße Haus eine Exekution zum frei verfügbaren Inhalt werden lassen will – auch Kinder dürften dann zuschauen – und auf die abschreckende Wirkung davon verweist, sollte die westliche Welt schaudern lassen.

Die Anfang Dezember geplante Erschießung eines zum Tode verurteilten muslimischen Attentäters auf einem Militärstützpunkt im US-Bundesstaat Texas soll per Livestream übertragen werden, ließ US-Kriegsminister Pete Hegseth, vormals Fox-News-Moderator, wissen. Im Interview mit einem rechten Influencer sagte er, es werde ein Erschießungskommando geben, und man werde dafür sorgen, dass die Leute zusehen können. Das Einverständnis von Präsident Donald Trump hat er dafür offenbar längst.

Nidal Hasan hatte 2009 auf einem Militärstützpunkt ein Massaker mit 13 Toten und Dutzenden Verletzten verübt, seine Schuld wurde zweifelsfrei festgestellt. Dass Hinrichtungen allerdings in Videos gezeigt werden, kennt man sonst allerdings unter anderen Vorzeichen von diversen islamistischen Terrororganisationen, die Gräuelszenen von Enthauptungen über ihre dunklen Kanäle verbreiten. Dass das Weiße Haus eine Exekution zum frei verfügbaren Inhalt werden lassen will – auch Kinder dürften dann zuschauen – und auf die abschreckende Wirkung davon verweist, sollte die westliche Welt schaudern lassen.

Selbst in den USA, in denen bekanntlich in vielen Bundesstaaten noch hingerichtet wird, wurden öffentliche Erschießungen zuletzt unter anderem während des Amerikanischen Bürgerkriegs als Abschreckung eingesetzt. Im 19. Jahrhundert.

Die erste Militärhinrichtung in den USA seit mehr als 60 Jahren würde zum propagandistischen Spektakel, mit dem man die eiserne Faust in die Auslage stellen will. Eine öffentlich gemachte Erschießung im 21. Jahrhundert ist – ungeachtet des Kapitalverbrechens, für das der Täter zweifelsfrei verantwortlich ist – ein zivilisatorischer Rückschritt einer Administration, die in vielerlei Hinsicht an demokratischen Grundfesten rüttelt oder sie gleich einreißt.

Selbst in den USA, in denen bekanntlich in vielen Bundesstaaten noch hingerichtet wird, wurden öffentliche Erschießungen zuletzt unter anderem während des Amerikanischen Bürgerkriegs als Abschreckung eingesetzt. Im 19. Jahrhundert.