Community Nursing in Voitsberg muss Ende des Jahres eingestellt werden
Das Land Steiermark hat die Förderung für das Projekt neu geregelt. Bürgermeister Bernd Osprian kritisiert, dass wohnortnahe Versorgung damit nicht mehr gewährleistet sei.

Das erfolgreiche Community-Nursing-Projekt wird in Voitsberg nächstes Jahr nicht mehr weitergeführt. Der Grund: Das Land Steiermark hat die Förderung dazu neu aufgesetzt.
Die EU-Förderung zu dem Projekt lief im Jahr 2024 aus, seither wurde jedes Jahr um die Weiterfinanzierung gerungen. Jetzt setzt die Steiermärkische Landesregierung „den nächsten Schritt zur Weiterentwicklung“ des Projekts, wie sie es in einer Aussendung formuliert. Aus Einzelprojekten der Gemeinden solle ein „einheitliches und dauerhaftes“ Angebot werden, so Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl.
Das neue Angebot startet mit Beginn des nächsten Jahres als „Pflegedrehscheibe Plus“ ‒ zunächst allerdings nur in den Bezirken Leibnitz, Graz-Umgebung und Murtal. In einer zweijährigen Pilotphase soll die Neuausrichtung evaluiert werden.

Was ist Community Nursing?
Das Projekt Community Nursing bietet kostenlose und wohnortnahe Beratung und Prävention in Gesundheitsangelegenheiten. Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen informieren und beraten unter anderem zu mobiler Pflege und Hauskrankenpflege, Pflegegeld, Pflegeheimen, 24-Stunden-Betreuung, Pflegekarenz oder Unterstützungsangeboten für pflegende Angehörige. Auch Hausbesuche führten die Community Nurses (im Bezirk Voitsberg waren das Eva Maria Unger und Karin Kalkhofer) durch.
„Bedauerlich, dass Projekt beendet werden muss“
Für Voitsbergs Bürgermeister Bernd Osprian kommt die „Weiterentwicklung des Projekts“ einem Stopp der Förderungen gleich. „Community Nursing hat in Voitsberg in den vergangenen Jahren eindrucksvoll gezeigt, welchen Mehrwert niederschwellige Beratung, präventive Hausbesuche und persönliche Begleitung für ältere Menschen und ihre Angehörigen schaffen. Umso bedauerlicher ist es, dass das Projekt in Voitsberg aufgrund der eingestellten Förderung durch das Land Steiermark beendet werden muss“, sagt er.

Grundsätzlich sehe die Stadtgemeinde in der geplanten „Pflegedrehscheibe Plus“ einen wichtigen Schritt, um Prävention, Gesundheitsförderung und Pflegeberatung stärker zu verknüpfen. „Gleichzeitig muss sichergestellt werden, dass die Bevölkerung auch künftig einen gleichwertigen Zugang zu diesen Angeboten erhält“, so die Stadtgemeinde. Niemand solle aufgrund seines Wohnorts Nachteile bei Gesundheits- und Pflegeangeboten haben, betont Osprian.