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Alles langgestreckt: Chile wird zum viralen Internethit

Das verhältnismäßig dünnste Land der Welt löste einen Trend auf Social Media aus, auf den auch bekannte Marken aufspringen.

Felix Neumann
Redakteur News & Social Media

Italien ist ein Stiefel, Kroatien ein Bumerang, Österreich ein Brathendl, die Steiermark ein Schweinderl - sich mit kuriosen Länderformen und -umrissen zu beschäftigen, kann sehr amüsierend sein. Das Internet hat nun ein neues Lieblingsland, das über die vergangenen Tage zum internationalen Meme wurde: Chile, das sich in Nord-Süd-Richtung über mehr als 4200 Kilometer entlang weiter Teile der Pazifikküste Südamerikas erstreckt, aber in Ost-West-Richtung im Schnitt gerade einmal rund 180 Kilometer breit ist.

Das knapp 20 Millionen Einwohner zählende Land der Extreme schneidet seine östlichen Nachbarn Argentinien und Bolivien gänzlich vom Pazifik ab. Chile erinnert vielleicht an eine Schlange, ein Seepferdchen, eine - nomen est omen - Chilischote. Unbestritten ist es das im Verhältnis zur Länge schmalste Land der Welt und reicht dabei dennoch von der Küste auf null Metern Seehöhe bis zum Nevado Ojos del Salado, dem mit 6893 Metern höchsten Vulkan der Erde.

Verzerrte Autos, Hotelzimmer, Fußballstadien

In den sozialen Medien verbreitet sich seit September der Trend, sich über Chiles Form liebenswürdig lustig zu machen und langgestreckte Objekte zu posten. Unter „Chile Memes“ finden sich allein auf Instagram knapp acht Millionen Reels. Dazu zählen zusammengestauchte Bilder von Autos, absurd lange Flugzeuge, langgezogene Kaffeetassen oder schmale Fast-Food-Filialen. All diese Gegenstände erhalten eine „Chile-Behandlung“. Die oft KI-erzeugten Bilder zeigen etwa Fußballstadien, die zehnmal länger sind als breit - „hier spielt Chiles Nationalmannschaft“. Oder auch schmale Schlafzimmer, in die gerade einmal ein Einzelbett passt: „Du versuchst alles, um zu schlafen, aber erinnerst dich, dass du in Chile lebst.“

Ryanair bis Santiago-Metro

Zahlreiche Marken sind sprichwörtlich auf diesen schmalen Empresa de los Ferrocarriles del Estado-Zug aufgesprungen und nutzen den Trend für ihren Online-Auftritt. Sie dehnen ihre Produkte in den Postings ganz nach dem Vorbild Chiles. Mit dabei sind unter anderem Ryanair, KFC, Free, Funnyfrisch-Chips oder die Metro der chilenischen Hauptstadt Santiago de Chile.

© Screenshot E-Paper
Die Kleine Zeitung im Chile-Stil

Der Trend machte auch vor Österreich nicht Halt. Die Salzburg AG hat jetzt offenbar eine spezielle Ausführung ihrer O-Busse, die wohl leichter durch die schmalen Gassen und das Klausentor am linken Salzachufer passt. Made in Chile!

Und was soll das Ganze?

Wir sind es von „Tung Tung Tung Sahur“, dem „But Why?“-Pinguin oder dem „Käsigen Michael“ längst gewohnt - warum etwas zum Social-Media-Trend wird, lässt sich schwer sagen. Das Netz ist jedenfalls oft sehr leicht zu unterhalten. Immerhin handelt es sich beim Chile-Trend um ein harmloses Phänomen - anders als beim Looksmaxxing oder der Blackout-Challenge, die gesundheitliche Risiken bergen.