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Pölser Gartenmodell wird steiermarkweit ausgerollt

Verständnis für Natur und Lebensmittel wird Pölser Kindergartenkindern und Volksschülern in einem Gemeinschaftsgarten vermittelt. Nun wird das Projekt ausgeweitet.

© KLZ / Patrick Neves
Ganz ohne künstliche Hochbeete oder Folien wird am Gartenareal gearbeitet, das aus einer Gemeindewiese entstanden ist und in Gehweite zu Kindergärten und Volksschule liegt
Patrick Neves

Was mit ein paar Kindergartenkindern auf einem Kartoffelacker begann, wird jetzt zum steirischen Schulmodell. Aus der Initiative rund um die Pölser Gemeinschaftslandwirtschaft (GeLaWi) in Kooperation mit der Initiative „Garten macht Schule“ ist ein Projekt entstanden, das die Bildungsdirektion auf das ganze Land ausrollen will.

Gegründet wurde GeLaWi einst von Waltraud Neuper und Helga Schaflechner. Den Anstoß, die Idee direkt zu den Kindern in den Ort zu bringen, gab jedoch Birgit Esser, Leiterin des Kindergartens „Spatzennest“. Sie fragte damals an, ob die Kinder bei der Kartoffelernte helfen dürften. „Wir haben sofort gemerkt, wie gut das den Kindern tut. Sie waren mit den Händen in der Erde, haben Erdäpfel ausgegraben und waren völlig ausgeglichen“, erinnert sich Esser.

Für Ulrike Pöllauer, Leiterin des Pölser Pfarrkindergartens, steht vor allem das Naturerlebnis im Vordergrund: „Die Kinder haben am Acker einen wunderbaren Platz zum Entdecken und Beobachten. Es gibt eine feine Bank zum Ausrasten, sie staunen über Käfer, Schmetterlinge oder Bienen und erleben die Natur hautnah.“

Mehr als ein Garten

In der Volksschule Pöls setzt Schulleiterin Stefanie Koiner ganz auf diesen Praxisbezug: „Das ist weit mehr als ein Garten, das ist ein echter Erfahrungsraum. „Wir decken damit im Sachunterricht unheimlich viel ab.“

Dass sich das Projekt ganz gezielt an Kinder im Alter von fünf bis acht Jahren richtet, hat einen Hintergrund. „Wenn Kinder diesen Zyklus in diesen Jahren mitverfolgen, prägt sie das Verständnis für Natur und Lebensmittel ein ganzes Leben lang“, meint Waltraud Neuper.

© KLZ / Patrick Neves
Das Team der Initiative rund um Waltraud Neuper und Helga Schaflechner gemeinsam mit den Kindergarten- und Schulleiterinnen sowie den jungen Gärtnerinnen und Gärtnern vor der Tafel des Gemeinschaftsackers

Grünes Licht

Und das nicht nur in der Gemeinde Pöls-Oberkurzheim. Nach intensiven Gesprächen mit Pädagogischen Hochschulen und Schulbehörden gab die Bildungsdirektion Steiermark nun grünes Licht für ein landesweites Pilotprojekt.

In Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Graz und der Privaten Pädagogischen Hochschule Augustinum starten ab sofort in allen sieben steirischen Bildungsregionen vierstündige Schulungsreihen für Lehrkräfte und Elementarpädagogen. In jeder steirischen Bildungsregion sollen außerdem zwei bis drei Modellgärten nach Pölser Vorbild aufgebaut werden.

Neupers langfristige Vision reicht noch weiter: „Unser Ziel ist, dass künftig jeder Lehramtsstudierende an den Pädagogischen Hochschulen verpflichtend ein Semester Gartenbau belegt.“

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