Krimiautor Robert Preis und ein Jubiläum mit vielen Fragen
Ist der zehnte Fall von Sonderermittler Armin Trost gar sein letzter? Was „gesteht“ Autor Robert Preis im „Verhör“? Nur soviel: Es bleibt spannend.

Die Fans der Krimis von Robert Preis müssen jetzt ganz stark sein. Gerade erst hat der Steirer den zehnten Fall von Sonderermittler Armin Trost herausgebracht. In „Graz und die dunklen Wasser der Mur“ düst Trost – mit einem Spezialauftrag versehen – im Rahmen einer Oldtimerrallye durch die Steiermark und wird plötzlich selbst zum Gejagten.
Aber ist das gar Trosts letzter Fall? Anlass genug, seinen Schöpfer ins „Verhör“ zu nehmen. „Es wird definitiv eine Pause geben“, gesteht Autor und Kleine-Zeitung-Redakteur Robert Preis recht rasch mit einem Schmunzeln. „Aber die Geschichte könnte sich in jede Richtung entwickeln. Das habe ich mir offen gehalten. Schauen wir einmal“, sagt der 54-Jährige kryptisch.
Bücher spielten schon früh eine Rolle
Dass es jemals zehn Bände der beliebten Krimireihe – zwei Fälle wurden von Servus TV mit Michael Ostrowski in der Hauptrolle auch bereits verfilmt – geben wird, das war für Preis nicht vorhersehbar. „Das hätte ich mir damals nicht gedacht, aber es ist jetzt schon ein tolles Gefühl“, plaudert der dreifache Familienvater aus. Mit Büchern und dem Schreiben wuchs er praktisch auf. Die Mutter war Donauland-Vertreterin und „unsere Wohnung daher immer voller Bücher“, erinnert sich Preis lachend. Und der Vater war Soldat und Chefredakteur der Unteroffizierszeitung, für die der heutige Krimispezialist einst immer wieder Reiseberichte verfasste.

Mit 39 feierte Robert Preis, studierter Publizist und Völkerkundler, im Jahr 2011 sein Krimidebüt. Er selbst sieht sich freilich gar nicht als „echten Krimiautor“. „Weil es bei mir immer um die Leute geht, ums Psychologische, das Düstere und Abgründige“, sagt Preis. Auch seien seine Krimis, die zwar in der Steiermark spielen, keine Regionalkrimis. „Weil ich ja die Steiermark nicht von ihrer schönen Seite zeige, sondern das Wilde.“
Bei mir geht es immer um die Leute, ums Psychologische, das Düstere und Abgründige.
— Robert Preis
Das freilich könnte sich jetzt ändern. „Ja, ich würde gerne etwas anderes probieren und das ein bisschen umdrehen, um zu sehen, ob ich das auch kann, weil das ist gar nicht so leicht“, plaudert Preis, der in der Regionalredaktion der Kleinen Zeitung in Voitsberg tätig ist, aus. Eine neue Krimiserie ist deshalb gerade in der Projektphase. Und die soll laut Preis dann ein „bisserl netter, ein bisserl fröhlicher“ daherkommen.
Eine berühmt-berüchtigte Begleiterin
Mit seiner Familie lebt Preis vor den Toren von Graz in Judendorf. Dort genießt er das Leben und die Natur. Bei den langen Spaziergängen mit Hündin Bonnie – sie wurde übrigens nach der berühmt-berüchtigten US-Gangsterin Bonnie Parker benannt – durch die Wälder entstehen oft neue Ideen für seine Krimis. Aber nicht nur für die. Preis arbeitet auch gerade an einem Mystery-Thriller und am dritten Teil seiner Fantasy-Trilogie „Die Büchermagier“.
Meine Frau ist meine Erstleserin. Sie sagt mir Gott sei Dank aber mittlerweile nicht mehr so unverblümt, was ihr nicht gefällt, sondern bringt es mir schonender bei.
Der Vater von drei erwachsenen Kindern ist ein absoluter Familienmensch. Seine Frau Kerstin ist auch die Erstleserin seiner Bücher und sehr streng. „Aber Gott sei Dank sagt sie es mittlerweile nicht mehr so unverblümt, was ihr nicht gefällt“, sagt Preis lachend, „sondern bringt es mir schonender bei.“ Regelmäßige, gemeinsame Spieleabende mit ihr, seiner Tochter Clara, den beiden Söhnen Otto und Emil sowie der Familie seiner Schwägerin genießt der Journalist und Autor. Die „schönste Freizeitbeschäftigung“ sei für ihn aber, am Wochenende auf „Fußballplätzen irgendwo in der Gebietsliga zu stehen“ und den Söhnen, die beide Fußball spielen, „beim Kicken zuzusehen“.
Die Sache mit dem Kinderspielzeug
Und dann gibt es da noch etwas, das ihm große Freude bereitet, wie der begeisterte Italienurlauber – im Sommer zieht es Preis und Co. alljährlich ins selbe Ferienhaus in Bellaria bei Rimini – mit einem herzhaften Lachen ausplaudert. „Ich habe ja so ein Faible, dass ich mein komplettes Kinderspielzeug aufgehoben habe. Und jetzt habe ich wieder begonnen immer wieder mal Legofiguren zusammenzubauen, die ich dann ins Bücherregal stelle.“
Wer mehr von Robert Preis hören will, der hat übrigens am kommenden Donnerstag (15. Oktober) in der Buchhandlung Moser in Graz die Gelegenheit dazu. Um 19.30 Uhr stellt er seinen zehnten – und wer weiß, womöglich auch den letzten – Armin-Trost-Krimi vor.