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PV-Förderung neu: Was schon fix ist, was noch offen bleibt

Der Bund will ab 2027 nicht mehr neue Photovoltaikanlagen fördern, sondern Stromspeicher mit intelligenter Steuerung. Anträge sollen laufend möglich sein.

© IMAGO/Imago
Die bisherige PV-Investitionsförderung soll durch einen Speichersystembonus ersetzt werden

Die PV-Förderung ist tot, es lebe die PV-Förderung. Das Wettrennen um 38,5 Millionen Euro Investitionszuschüsse des Bundes ging am Donnerstag mutmaßlich in seine letzte Runde. Einmal mehr kam nur ein Bruchteil der Förderwerber zum Zug, das Gros ging leer aus – wenige Gewinner, viele Verlierer.

Diese „Förder-Lotterie“ muss ein Ende haben, darin sind sich Politik und Branche einig. Wie genau die neue Förderkulisse hingegen ausschauen wird, das ist nur in groben Zügen bekannt. Die Neuaufstellung der PV-Förderung ab 2027 wurde unter Einbindung von Elektrotechnikern, Elektrohandel sowie PV-Branche entwickelt. Allerdings ist für die Umsetzung noch eine Zweidrittel-Mehrheit im Parlament erforderlich.

Speicher-Bonus statt PV-Förderung

Die bisherige PV-Investitionsförderung soll durch einen Speichersystembonus ersetzt werden. Es soll also nicht die Errichtung neuer PV-Anlagen, sondern die intelligente Nutzung des erzeugten Stroms gefördert werden. Konkret heißt das: Zuschüsse gibt es für Batterien sowie für die Nachrüstung von Speichersystemen bei bestehenden PV-Anlagen. Fördervoraussetzung ist ein Energiemanagementsystem. Damit soll sichergestellt werden, dass Sonnenstrom nicht nur erzeugt wird, sondern gespeichert und in der Folge genutzt und ins Netz abgegeben wird, wenn er gebraucht wird. Diese Maßnahme soll die Systemkosten dämpfen.

Sichergestellt werden soll auch, dass die Wertschöpfung in Europa bleibt. Um das zu erreichen, ist bei neuen Speichersystemen für neue PV-Anlagen ein Made-in-Europe-Wechselrichter Pflicht. Beim Nachrüsten bestehender PV-Anlagen soll es weiterhin einen Made-in-Europe-Bonus geben.

Vorbild bei Abwicklung

Die Abwicklung der Förderung, die Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner (ÖVP) wiederholt kritisiert hat, wird auf neue Beine gestellt. Statt einzelner Fördercalls mit Zeitfenstern von nur wenigen Sekunden soll es ein kontinuierliches, antragsbasiertes Modell nach Vorbild des Handwerkerbonus geben. Dadurch könnten Förderwerber ihre Projekte umsetzen, ohne auf den nächsten Call zu warten, und die Firmen hätten eine gleichmäßigere Auftragslage. Offen ist jedoch noch, wie hoch die Förderungen sein sollen. Zudem fehlen die konkreten Förderbedingungen und die technischen Kriterien, um den Bonus zu erhalten. Jedenfalls verspricht Zehetner mehr Planungssicherheit für Haushalte und Betriebe.

Wer beim jüngsten Fördercall nicht zum Zug gekommen ist, soll die neue PV-Förderung nutzen können. Projekte mit intelligentem Speicher, die 2026 keine EAG-Förderung erhalten haben und ab 1. November 2026 abgerechnet beziehungsweise in Betrieb genommen werden, sollen 2027 bereits im neuen System einreichen können.

Förderung in Kärnten

Anders als im Bund gibt es im Land Kärnten noch eine Förderung für die PV-Anlage selbst, und zwar pauschal 3000 Euro. Gefördert werden neu errichtete Photovoltaikanlagen mit mindestens fünf Kilowatt-Peak (kWp) Leistung. Vorausgesetzt, dass gleichzeitig ein Stromspeicher mit einer Kapazität von mindestens fünf Kilowattstunden (kWh) installiert wird. Förderfähig sind Anlagen, die nach dem 1. Jänner 2026 errichtet wurden. Wer bei einer bereits bestehenden PV-Anlage einen Speicher nachrüstet, kann eine Förderung von 1000 Euro erhalten. Ziel seien weiterhin, betont Landesrat Sebastian Schuschnig (ÖVP), Eigenverbrauchsanlagen und die Entlastung der Stromnetze.

Am Montag, 12. Oktober, startet das Land den zweiten PV-Fördercall des Jahres – bis 31. Dezember 2026 können Anträge eingereicht werden, 10 Millionen Euro liegen im Fördertopf, „ausreichend“, meint man im Büro des Energiereferenten. Insgesamt wurden heuer 22 Millionen Euro an PV-Förderungen vom Land Kärnten ausgeschüttet.

Energienetze Steiermark begrüßen Paradigmenwechsel

Seitens der Energienetze Steiermark wird der geplante Paradigmenwechsel – hin zu Förderungen für Speicher – begrüßt. „Das trägt zu einer Entlastung der Netze bei und sollte auch sicherstellen, dass die Effizienz in der Ausschöpfung des Sonnenstroms steigt. Das gilt für große und für kleine Anlagen“, sagt Konzernsprecher Urs Harnik. Noch vor drei, vier Jahren seien etwas mehr als drei von zehn neuen Anlagen mit Speicher installiert worden, mittlerweile seien es – auch aufgrund gesunkener Speicherpreise – bereits acht von zehn.

Die Steiermark hat einen Boom verzeichnet: 2016 lag die installierte Leistung in den Energienetzen Steiermark bei 131,6 Megawatt, von 2022 auf 2023 wurde erstmals die Marke von 500 MW durchbrochen, mittlerweile liegt sie bei 1156 Megawatt. Vor zehn Jahren gab es 11.449 PV-Zählpunkte, heute sind es 57.666. Über alle Netzbetreiber der Steiermark hinweg liegt die Zahl bei 80.000.