Youngster Micelli: „Ich würde schon lieber mit einem Halbvisier spielen“
KAC-Nachwuchsjuwel Niclas Micelli feierte bei den Rotjacken mit 16 Jahren sein Debüt. Am Freitag warten auswärts die Pioneers.

Das Beste kommt zum Schluss. Für KAC-Youngster Niclas Micelli scheint das derzeit tatsächlich die passende Devise zu sein. Nach dem Donnerstagstraining verlässt der 16-Jährige als Letzter das Eis. Verschmitztes Lächeln im Gesicht, das Trikot verschwitzt – und natürlich mit Gitter vor dem Gesicht. „Das bleibt leider noch ein wenig. Wenn ich ehrlich bin, würde ich schon lieber mit einem Halbvisier spielen“, sagt Micelli. Ob mit Gitter oder ohne: Das Nachwuchsjuwel erlebt derzeit ein Abenteuer nach dem anderen. In der Champions Hockey League in Norwegen durfte der Halbbruder von Ian Scherzer, der in den USA am College spielt, nach starken Auftritten in der Alps Hockey League erstmals bei den „Großen“ ran. Das sogenannte „Call-up“ kam dabei alles andere als überraschend – es war vielmehr die logische Konsequenz seiner Entwicklung.
Nervös? „Am Anfang schon“, gibt Micelli zu. Mittlerweile habe sich das gelegt. „Ich will mich jetzt nicht selbst hochloben, aber inzwischen fühlt es sich normal an. Ich kann mich auf mein Spiel konzentrieren.“ Dass das erste Profimatch trotzdem etwas Besonderes war, versteht sich von selbst: „Das war unglaublich.“ Was den Unterschied zwischen Nachwuchs- und Profihockey ausmacht? „Vor allem die Standards und das Tempo. Am Ende kommt es auf die Kleinigkeiten an.“ Eisläuferisch bringt der leidenschaftliche Golfspieler ohnehin einiges mit. „Mit dem Tempo komme ich gut zurecht. Im Kopf muss sich noch etwas tun, da fehlt mir diese so wichtige Härte. Ich muss die Dinge kompromissloser durchziehen.“ Gedanken an mögliche Angebote verschwendet Micelli derzeit trotzdem nicht. „Ich bin lieber in der Jetzt-Zeit.“

Angesprochen auf die Kommunikation in der Kabine meint der Villacher: „Sie sind alle extrem nett, jeder Einzelne.“ Keine frechen Aussagen? „Gar nicht. Sie waren ja auch alle mal jung“, lächelt der Junioren-Nationalteamspieler, der vor zweieinhalb Jahren vom VSV nach Klagenfurt wechselte – und da hatte Agent Peter Kasper seine Finger im Spiel. „Ich habe dann gleich als 14-Jähriger in der U20 gespielt, was cool gewesen ist. In dieser Zeit habe ich viel gelernt.“
An Ratschlägen mangelt es ihm naturgemäß nicht. Doch er hat längst gelernt, damit umzugehen. „Ich versuche für mich selbst herauszufiltern, was wichtig ist – also, wo man genau zuhören und daraus lernen soll.“ Auf dem Eis sieht er sich als „ganz normalen Spieler“. Eigenheiten? Fehlanzeige. „Privat bin ich offen und immer für einen Spaß zu haben.“ Und natürlich gibt es auch einen Traum: die NHL.
Und personell? Clemens Unterweger, Raphael Herburger, Simeon Schwinger und Travis St. Denis sind ins Mannschaftstraining zurückgekehrt und reisen mit ins Ländle.