Stille Heldinnen und Helden aus vier Bezirken wurden geehrt
Die Stillen Helden aus Völkermarkt, Lavanttal, Klagenfurt und Villach wurden am Dienstagabend, 6. Oktober, im Casineum Velden geehrt. Ein emotionaler Abend voll Dankbarkeit.

Dankbarkeit war das Wort, das an diesem Abend immer wieder fiel. Dankbarkeit für jene Menschen, die ihre Freizeit investieren, Verantwortung übernehmen, anderen helfen und dabei oftmals kaum im Rampenlicht stehen. Genau ihnen gehörte am Dienstagabend, 6. Oktober, die Bühne bei der Stille Heldinnen und Helden Gala für die Bezirke Lavanttal, Völkermarkt, Klagenfurt und Villach im Casineum Velden. Rund 140 Gäste begrüßte Moderatorin Martina Klementin zu einem Abend, an dem jene vor den Vorhang geholt wurden, die sonst häufig im Hintergrund wirken.
Seit 2019 ist die Stille Helden Gala fixer Bestandteil der Kleinen Zeitung. Chefredakteur Wolfgang Fercher und Geschäftsleiter Christopher Weiss machten deutlich, warum dieses Format für die Zeitung einen besonderen Stellenwert hat. „Die Heldinnen und Helden, die wir stellvertretend für ihr Ehrenamt auszeichnen wollen, sind der eigentliche Schatz der Gesellschaft, weil sie mehr tun, als sie müssten“, sagte Weiss. Menschen, die Verantwortung übernehmen und sich für andere einsetzen, eine Bühne zu geben, sei auch Teil des journalistischen Selbstverständnisses. Die Kleine Zeitung wolle nahe bei den Menschen sein und jene sichtbar machen, deren Leistungen im Alltag allzu leicht als selbstverständlich wahrgenommen werden.
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„Freiwilligenarbeit ist Rückgrat der Gesellschaft“
Wie unverzichtbar freiwilliges Engagement für das gesellschaftliche Zusammenleben ist, unterstrichen auch die Vertreter der Sponsoren des Abends. AK-Kärnten-Präsident Günther Goach, Peter Schmögl, Floor-Manager bei Casinos Austria und stellvertretend für Casino-Velden-Direktorin Marion Roseneder, sowie Brigitte Pekastnig, Vizepräsidentin und Landesreferentin für Gesundheits- und Soziale Dienste beim Roten Kreuz Kärnten und Raiffeisen-Landesbank-Vorständin Uta Kogler-Maier wurden auf die Bühne gebeten. Kogler-Maier bezeichnete die Freiwilligenarbeit als Rückgrat der Gesellschaft.
Pekastnig weiß aus eigener Erfahrung, was freiwilliges Engagement bedeutet. „Freiwilligkeit ist ein Schatz, den man nicht aufwiegen kann“, sagte sie. Ihr Motto nach einem anstrengenden Tag: „Du hast was Gescheites getan.“

Für das Land Kärnten nahm Landesrätin Beate Prettner stellvertretend für Landeshauptmann Daniel Fellner (beide SPÖ) an der Gala teil. Sie zeigte sich beeindruckt von jenen Menschen, die nicht zuerst danach fragen, welchen persönlichen Vorteil ihnen ihr Einsatz bringt. Gerade dort, wo Menschen für andere Verantwortung übernehmen oder bei Einsätzen sogar ihre eigene Gesundheit und ihr Leben riskieren, werde deutlich, welchen unschätzbaren Wert das Ehrenamt habe. Dieses Engagement gelte es zu schützen und zu unterstützen, denn ohne diesen Einsatz könne eine Gesellschaft nicht funktionieren.
Alle Heldinnen und Helden bekamen ihren Moment
Dann gehörte die Bühne endgültig den Stillen Heldinnen und Helden selbst. Den Auftakt machten die Geehrten aus dem Bezirk Völkermarkt. Unter ihnen war auch Christian Puschl, der neue Bezirksrettungskommandant. Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Francesca Scheuer war der 25-Jährige zu Gast und erzählte von seinem Alltag. Moderatorin Martina Klementin erkannte dabei rasch eine Gelegenheit und lieferte Puschl vor versammeltem Publikum eine Steilvorlage für einen möglichen Heiratsantrag. Diese wusste er allerdings charmant abzuwehren, trotz seines Mottos: Nicht lang diskutieren, einfach machen.

Besonders berührend wurde es bei den Ausgezeichneten aus dem Lavanttal. Michaela Napetschnig gab nach der Ehrung Einblick in ihre Tätigkeit beim Kriseninterventionsteam. „Wir versuchen, Menschen in Ausnahmesituationen wieder handlungsfähig zu machen“, erzählte sie. Manchmal müssten Tiere versorgt oder ganz alltägliche Dinge übernommen werden. Einmal half Napetschnig nach dem Tod eines Angehörigen einer Hinterbliebenen dabei, den bereits begonnenen Reindling fertigzubacken. Ihr wichtigster Rat an diesem Abend war zugleich einer der einfachsten: zuhören. Ein Gedanke, der im Laufe der Gala mehrfach aufgegriffen wurde.
Dass ehrenamtlicher Einsatz auch mit ungewöhnlichen Situationen verbunden sein kann, zeigte schließlich eine Heldin aus Villach. Juliane Flir engagiert sich bei der Hauptfeuerwache Villach. „Es kann vorkommen, dass ich nur in Socken meinem Partner nachlaufe und eine der Ersten in der Leitstelle bin“, erzählte Flir und sorgte damit für Schmunzeln im Saal.

Zahlreiche Ehrengäste gratulierten
Neben den ausgezeichneten Frauen und Männern sowie ihren Angehörigen waren zahlreiche Vertreter aus Politik, Einsatzorganisationen und Gesellschaft nach Velden gekommen. Aus den Reihen der Einsatz- und Sicherheitsorganisationen nahmen unter anderem Wasserrettungs-Landesleiter Markus Bräuhaupt, Bergrettungs-Landesleiter Hannes Gütler, der Leiter des Landeskriminalamtes Gottlieb Türk sowie die Bezirksfeuerwehrkommandanten Ulrich Nemec aus Klagenfurt-Land, Libert Pekoll aus Villach-Land, Patrick Skubel aus Völkermarkt und Franz Socher aus Klagenfurt-Stadt sowie Kevin Roschmann, stellvertretender Landesrettungskommandant des Roten Kreuzes teil. Die Rettungshundebrigade war durch Landesleiter-Stellvertreter Robert Staudacher vertreten.
Auch zahlreiche Vertreter aus Verwaltung und sozialen Einrichtungen mischten sich unter die Gäste. Mit dabei waren Villach-Land-Bezirkshauptmann Bernd Riepan, Klagenfurts Magistratsdirektorin Isabelle Jandl, Diakonie-Vorständin und Geschäftsführerin Astrid Körner sowie Caritas-Kärnten-Direktor Ernst Sandriesser. Vom Zivilschutzverband Kärnten kamen Direktor Christoph Sterbenz und der frühere Präsident Rudolf Schober. ÖAMTC-Kärnten-Präsidentin Johanna Mutzl und die ehemalige Kleine-Zeitung-Chefredakteurin für Kärnten und Osttirol, Antonia Gössinger, zählten ebenfalls zu den Gästen.
