Die Prüfnummer am Prüfstand
Abschaffen, reformieren oder unbedingt behalten? Über kaum eine kleine Zahl wird in Österreichs Weinbranche derzeit größer diskutiert. Die Branche ist herzlich zur Prüfnummern-Diskussionsrunde eingeladen!

Beim Wein darf es gerne Reibung geben. Im Glas nennt man das Spannung. In Kommentarspalten eher weniger. Die Diskussion um die staatliche Prüfnummer hat in Österreich zuletzt jedenfalls ordentlich Temperatur bekommen. Zwischen „unverzichtbare Qualitätssicherung“ und „Bürokratie aus einer anderen Weinzeit“ liegt ein ziemlich großer Keller. Höchste Zeit, gemeinsam hinunterzugehen.
Die Kleine Zeitung lädt deshalb Winzerinnen und Winzer zu einer Diskussionsrunde, bei der ausdrücklich nicht schon vorher feststehen soll, wer recht hat. Denn die staatliche Prüfnummer ist weit mehr als jene kleine Zahlenfolge auf dem Etikett. Wer österreichischen Qualitäts- oder Prädikatswein auf den Markt bringen will, braucht sie. Dafür wird der Wein analytisch und sensorisch geprüft. Das soll Qualität absichern und Konsumenten Vertrauen geben. Kritiker wiederum fragen, ob dieses System noch zeitgemäß ist, ob es individuelle Weinstile ausreichend abbilden kann und ob Kontrolle nicht auch einfacher funktionieren könnte. Genau darüber wollen wir reden. Nicht posten. Nicht liken. Und möglichst auch niemanden mit drei Rufzeichen widerlegen.
Diskussionsrunde

Am Podium treffen mit Roland Velich, Stefan Potzinger, Tamara Kögl und Martin Palz unterschiedliche Erfahrungen und Sichtweisen aufeinander. Mindestens genauso wichtig sind aber jene Menschen, die täglich mit dem System arbeiten: die Winzerinnen und Winzer selbst. Deshalb richtet sich dieser Aufruf ausdrücklich an die gesamte Branche – an Befürworter ebenso wie an Kritiker und an jene, die sich irgendwo dazwischen befinden.
Infos
Wann? 9. November um 10 Uhr
Wo? Sky-Room der Kleinen Zeitung, Gadollaplatz 1, Graz
Anmeldung: Einfach auf diesen Link klicken.
Was funktioniert an der Prüfnummer? Was nicht? Was muss bleiben? Was könnte weg? Welche Kontrolle braucht österreichischer Wein, um seinen hervorragenden Ruf zu schützen, ohne dabei gute Weine an unnötigen Hürden scheitern zu lassen?
Es soll kein Tribunal werden und auch kein Wettkampf im Lautersein. Sondern etwas, das im digitalen Dauerfeuer erstaunlich altmodisch geworden ist: ein Gespräch auf Augenhöhe. Argument gegen Argument, Erfahrung gegen Erfahrung. Denn vielleicht muss man die Prüfnummer gar nicht sofort abschaffen oder verteidigen. Vielleicht sollte man sie zuerst einmal gemeinsam auf den Prüfstand stellen.