So kämpft eine Oberkärntner Familie nach dem Großbrand weiter
In St. Oswald verlor Familie Schmölzer im Juli ihren Stall. Die Tiere sind bei einem Nachbarn untergebracht, der Wiederaufbau ist in Planung. Ein Spendenaufruf soll helfen.
Wenn Josef Schmölzer heute auf seinen Hof in St. Oswald in Bad Kleinkirchheim blickt, erinnert vieles noch an jenen Morgen im Juli. Der Stall ist verschwunden. Das verbrannte Holz wurde inzwischen abtransportiert, die Trümmer sind weg. Was geblieben ist, sind die Erinnerungen und der Wunsch, dass dort bald wieder Leben einkehrt.
Denn am 11. Juli gegen 7.30 Uhr war der Stall des 74-Jährigen in Vollbrand geraten und vollständig zerstört worden. „Der Hof brannte bis auf die Grundmauern nieder“, sagt Schmölzer, der mit seiner Familie den Brand am frühen Morgen bemerkte. Kurz darauf stand der Stall in Flammen. „Ich habe mich niedergekniet und gebetet“, erzählt der Landwirt. Er und seine Tochter wurden wegen des Verdachts auf Rauchgasvergiftung in das Krankenhaus gebracht. Der Großteil der Tiere befand sich zum Zeitpunkt des Brandes außerhalb des Stalles. Zwei Schweine verendeten. Auch angrenzende Gebäude wurden durch die enorme Hitze beschädigt, mehrere Fensterscheiben barsten. Die sieben im Einsatz stehenden Feuerwehren konnten ein Übergreifen der Flammen auf weitere Gebäude verhindern.

Heute geht es für die Familie darum, nach vorne zu schauen. „Der größte Schock ist vorbei und das Wichtigste ist, dass niemand schwer verletzt wurde“, sagt Schmölzer. Sein Zustand sei allerdings nicht mehr derselbe wie früher. Nach den Ermittlungen wurde die Batterie eines Muli-Transporters als Brandursache festgestellt. Jetzt steht der Wiederaufbau für die Familie an.
Die Kinder wollen weitermachen
Dass es weitergehen soll, steht für seine drei Kinder Anna, Franz-Josef und Elisabeth außer Frage. Alle drei haben eine landwirtschaftliche Ausbildung: „Papa, wir wollen das wieder aufbauen. Wir wollen wieder Viecher da haben.“ Der Sohn soll den Hof später übernehmen. Schmölzer: „Ich wäre wahrscheinlich nicht mehr imstande gewesen, das aufzubauen. Solange ich noch geistig und körperlich in der Lage bin, will ich helfen.“ Der Hof ist für die Familie aber nicht nur Wohn- und Arbeitsort. Schmölzer bewirtschaftet auch die umliegenden Flächen und ist nach eigenen Angaben der letzte aktive Bauer im Ortsteil.
Was über viele Jahre aufgebaut, gepflegt und mit viel Herzblut zu unserem Zuhause und Lebensgrundlage geworden war, wurde an diesem Morgen zerstört.
— Josef Schmölzer, Landwirt
Deshalb steht für die Familie fest: Im kommenden Jahr soll wieder ein Stall stehen – und in der Scheune wieder Heu liegen. Die Planung läuft gemeinsam mit Landwirtschaftskammer und Maschinenring, parallel laufen die Versicherungsverhandlungen. Der Neubau muss nach den aktuellen EU-Vorgaben errichtet werden. Auch die Gemeinde ist eingebunden. „Wir schauen gemeinsam mit der Familie, welche Veränderungen gegenüber dem alten Stall im Rahmen der Kärntner Bauordnung möglich sind“, sagt Bürgermeister Matthias Krenn.

Ein ganzer Ort hilft zusammen
Bis der neue Stall fertig ist, sind die Tiere bei einem Nachbarn untergebracht. Rund 20 Mutterkühe, zwei Pferde und ein Esel haben dort einen Platz gefunden. Auch über den Winter können sie dort bleiben. Für Schmölzer ist diese Lösung ein Glücksfall – und zugleich ein Beispiel dafür, wie sehr die Menschen rund um den Hof geholfen haben. „Die Unterstützung begann unmittelbar nach dem Brand. Nachbarn halfen, spendeten und signalisierten, dass sie auch beim Wiederaufbau mit anpacken wollen“, sagt der Landwirt. Über den Rotary Club wurde ebenfalls Unterstützung organisiert. „Es ist schön zu sehen, wie jeder, wo immer es möglich ist, seine Unterstützung zeigt und mithilft“, sagt Bürgermeister Krenn.
Nun bittet die Familie auch öffentlich um Unterstützung. Unter dem Titel „Unser Hof ist abgebrannt – helft uns, wieder aufzubauen“ wurde ein Spendenaufruf auf der Website www.gofundme.com gestartet.