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Neue Initiative möchte Kärntner Gemeinde aus „Koma“ holen

Der „Infrastrukturfonds Eberstein“ will grundlegende Infrastruktur in der Gemeinde aufrechterhalten, allen voran den Adeg-Markt. Unternehmen sollen Beiträge leisten.

Andreas Grabuschnig, Hubert Maletz, Sonja Dörflinger, Walter Groier und Hans-Jörg Zöhrer stehen in einer Reihe vor dem Adeg-Geschäft in Eberstein.
© Simone Jäger
Andreas Grabuschnig, Hubert Maletz, Sonja Dörflinger, Walter Groier und Hans-Jörg Zöhrer (von links) bilden die Interessengemeinschaft „Infrastrukturfonds Eberstein“
Simone Jäger
Redakteurin Regionalredaktion St. Veit und Feldkirchen

Eberstein hat sich vom einstigen Verwaltungszentrum des Görtschitztals in den vergangenen Jahrzehnten hin zu einem Durchfahrtsort entwickelt, dessen Zentrum mehr und mehr ausstirbt. Dem Verlust von Behörden und Institutionen wie dem Bezirksgericht, dem Finanzamt für Verbrauchersteuern, der Polizeiinspektion, Post, Kärntner Sparkasse und Drogerie stehen 558 Lkw gegenüber, die laut einer Verkehrszählung der Kärntner Landesregierung täglich durch den Ort rollen.

Jüngster „Tiefschlag“, wie es Bürgermeister Andreas Grabuschnig (ÖVP) bezeichnet, war die drohende Schließung des Adeg-Markts im Ortszentrum. Um diesen zu retten, übernahm Grabuschnig im Jahr 2025 selbst die Verantwortung für den Fortbestand, gründete dafür eine Gesellschaft und verwendet sein Bürgermeistergehalt zur Deckung der Abgänge. Da dies keine langfristige Lösung sein kann und Grabuschnig im nächsten Jahr auch nicht mehr für die Wahl zum Bürgermeister kandidiert, hat sich nun die Interessengemeinschaft „Infrastrukturfonds Eberstein“ gegründet.

Der Adeg-Markt in Eberstein
© Simone Jäger
Der Adeg-Markt in Eberstein

Diese besteht aus der Ebersteinerin Sonja Dörflinger und den Ebersteinern Hans-Jörg Zöhrer, Walter Groier, Hubert Maletz und Grabuschnig selbst. Ziel der Interessengemeinschaft ist es, grundlegende Infrastruktureinrichtungen innerhalb der Marktgemeinde Eberstein aufrechtzuerhalten. Zu diesen Infrastruktureinrichtungen gehört in erster Linie der Adeg-Markt, es soll aber auch darüber hinaus etwas getan werden, damit Eberstein lebenswert bleibt, etwa in den Bereichen Umwelt und Ortsbild. „Es fällt mir schwer, zuzuschauen, wie der Ort stirbt. Er liegt ja quasi schon im Koma“, erklärt Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Groier: „In vielen Häusern im Zentrum lebt nur mehr eine Person und die meisten davon sind bereits über 70 Jahre alt.“

Unternehmen sollen Beitrag leisten

„Unternehmen, die in Eberstein ansässig sind, sollen dazu motiviert werden, Beiträge zu leisten“, führt Groier weiter aus, wie die Dotierung des Fonds erfolgen soll. Die Mitglieder der Interessengemeinschaft, die alles ehrenamtlich machen, werden noch im Oktober erste Gespräche mit den Unternehmern suchen. „Was in Eberstein passiert, geschieht in vielen Orten. Das Görtschitztal ist aber ein besonders betroffenes Gebiet“, sagt die Bankangestellte Dörflinger: „Wir wollen es aber nicht einfach laufen lassen, sondern dagegensteuern und wir hoffen, dass sich von unserem neuen Zugang viele angesprochen fühlen.“ Gemeindechef Grabuschnig ergänzt: „Wir haben außerdem eine Verantwortung für die nichtmobilen Bürgerinnen und Bürger in Eberstein, dass sie weiterhin Bedingungen vorfinden, um hier bleiben zu können.“

Geschäft und Kommunikationszentrum

Was den verlustschreibenden Adeg-Markt laut Grabuschnigs Geschäftsführer Hans-Jörg Zöhrer in jüngster Zeit etwas Aufwind gegeben hat, war die Einführung von erweiterten Öffnungszeiten mit Einkaufsmöglichkeit auf Selbstbedienungsbasis: „Der Umsatz ist gestiegen.“ Im Markt, der auch als Kommunikationszentrum gesehen wird, sind fünf Mitarbeitende angestellt. „Wir sind alle mit großer Motivation dabei und wollen etwas bewegen“, fasst Transportunternehmer Hubert Maletz die unter den Mitgliedern herrschende Aufbruchsstimmung zusammen.