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Rote Rochaden: Stadtrat kehrt Klagenfurt den Rücken

Franz Petritz (SPÖ) wird nach der Wahl nicht mehr Teil der Klagenfurter Stadtregierung sein. Er soll anstelle des roten Bürgermeisterkandidaten Manfred Mertel in den Bundesrat wechseln.

Stadtrat Franz Petritz will nach der Wahl nach Wien wechseln
© Helmuth Weichselbraun
Stadtrat Franz Petritz will nach der Wahl nach Wien wechseln

Anfang vergangener Woche war Michael Gussnig empört. Also klopfte der Klubobmann der Klagenfurter Bürgermeisterpartei FSP eine Presseaussendung in die Tasten. Was die SPÖ abziehe, sei ein „politisches Schandstück“. Die Gerüchte würden sich verdichten, dass der langjährige Stadtrat Franz Petritz in der kommenden Periode „nicht mehr mit an Bord ist und eiskalt abgesägt werden soll“.

Im Kern sollte Gussnig damit Recht behalten. Petritz wird nach der Wahl im Februar nicht mehr Teil der Klagenfurter Stadtregierung sein. Das bestätigte der rote Bürgermeisterkandidat Manfred „Waschi“ Mertel gegenüber der Kleinen Zeitung. Geplant ist demnach ein Tausch: Mertel gibt seinen Sitz im Bundesrat auf, um in den Stadtsenat einzuziehen. Petritz soll dafür nach Wien wechseln.

Petritz will nach Wien

Für das „Absägen“ gibt es indes keine Belege. Im Gegenteil. „Ich würde gerne Bundesrat werden“, erklärt Petritz. Deshalb wird er bei der Wahl nicht auf den vorderen Listenplätzen kandidieren. „Das ist insofern fix, als dass es am Freitag vom Parteivorstand beschlossen wurde.“

Passiert keine Überraschung, landet Manfred Mertel nach der Wahl zumindest im Stadtsenat. Dann würde Petritz nach Wien gehen
© Markus Traussnig
Passiert keine Überraschung, landet Manfred Mertel nach der Wahl zumindest im Stadtsenat. Dann würde Petritz nach Wien gehen

Der Tausch sei mit Landeshauptmann Daniel Fellner besprochen, sagt Stadtparteichef Ronald Rabitsch. Mit Petritz würde sein „bester Rhetoriker“ nach Wien gehen. Petritz‘ Hilfe und Expertise werden im Wahlkampf dennoch gebraucht.

Der Wechsel geht mit finanziellen Einbußen einher. Ein Bundesrat verdient derzeit 5176 Euro im Monat und damit deutlich weniger als ein Stadtrat, dem monatlich 8735 überwiesen werden. Allerdings ist nicht gesagt, dass Petritz hauptberuflich Politiker bleibt. Als karenzierter Magistratsbediensteter hat der 44-Jährige ein Rückkehrrecht, das er laut Rabitsch auch nutzen wird.

Angestellt war er als Geschäftsführer und Klubsekretär der SPÖ Klagenfurt beziehungsweise des SPÖ-Gemeinderatsklubs. Zuvor hatte er als Mitarbeiter des Renner Instituts eine typische Parteikarriere gestartet.