Auf diesem oststeirischen Acker heulen bald die Motoren
Nach drei Jahren Pause kehrt das beliebte „Enduro-Cross“ nach St. Margarethen an der Raab zurück. Allerdings auf neuer Strecke. 120 Fahrer sind mit am Start, darunter auch Staatsmeister, wie Valentino Hutter.
Noch liegt Ruhe über dem Acker in St. Margarethen an der Raab. Wo vor wenigen Wochen noch Kürbisse gewachsen sind, werden bereits diesen Samstag Motorräder über eine 2,2 Kilometer lange Enduro-Strecke jagen. Holzstecken und Absperrbänder markieren den Kurs, Holzstämme dienen als Hindernisse. Nach drei Jahren Pause kehrt das beliebte „Enduro-Cross-Rennen“ des Enduroklubs W7 nach St. Margarethen zurück.
Mittendrin ist Stefan Glanzer. Der 23-jährige Elektro- und Automatisierungstechniker aus Sulz ist seit vergangenem Jahr Obmann des Vereins. Zum Enduro kam er über seinen Vater, der ebenfalls Mitglied ist. Die Geschwindigkeit und die schnellen Strecken, aber auch die Geschicklichkeit, die nötig ist, machen für ihn den Reiz des Sports aus.
120 Fahrer rasen über die Rennstrecke
Rund 120 Fahrer werden am Samstag in sieben Klassen an den Start gehen. Alle 30 Sekunden schicken die Organisatoren fünf Fahrer auf die Strecke. Rund 50 Maschinen können dadurch gleichzeitig unterwegs sein. Neun Runden gilt es zu bewältigen. Bereits ab 9 Uhr wird trainiert, um 10 Uhr fällt der Startschuss für das Rennen.
Unter den Teilnehmern sind auch bekannte Namen, wie der amtierende Enduro-Staatsmeister Valentino Hutter und Junioren-Staatsmeister Maximilian Hofer. Für den 18-jährigen Lukas Macher ist das Rennen eine Premiere. Obwohl auch er aus einer Enduro-Familie stammt (Papa Peppo betreibt in Gleisdorf die Bike Box mit Motorrad und Ersatzteilverkauf), rechnet er sich keine zu großen Chancen aus. „Mir geht es um den Spaß. Ich sehe das Rennen eher als Training für mich“, sagt er.
Was ist der Unterschied zwischen Enduro, Motocross und Endurocross?
Motocross (MX): Gefahren wird auf abgesperrten, künstlichen Sand- oder Lehmstrecken voller Sprunghügel und Steilkurven.
Enduro: Gefahren wird in Wäldern, Bergen oder auf natürlichen, langen Offroad-Pfaden mit echtem Untergrund (Steine, Wurzeln, Schlamm).
Endurocross: verbindet beide Welten. Es ist ein Hindernisrennen auf einer künstlich aufgebauten Strecke voller extremer Naturhindernisse.
Sieben wilde Burschen werden zum Verein
Dass überhaupt wieder ein Rennen stattfinden kann, ist auch dem 2025 neu formierten Verein zu verdanken. Der Enduroklub W7 zählt aktuell 35 Mitglieder. „Unser Durchschnittsalter ist um die 40“, erzählt Glanzer. „Mit der Neuaufstellung wollten wir uns verjüngen und ein jüngeres Publikum für den Sport begeistern.“
Dabei hat der Klub eine lange Geschichte. 1999 wurde er von sieben Burschen ins Leben gerufen, die einen Enduro-Trip nach Ungarn machten. Dort entstand auch der Klubnamen „W 7“, es steht für „Wild seven“ (zu Deutsch: Wilde sieben). Seit 2004 veranstaltet man regelmäßig Rennen. Die entwickelten sich zum Publikumsmagneten mit bis zu 4000 Zuschauern.
Neue Rennstrecke am Kürbisacker
Vor drei Jahren war dann plötzlich Schluss. Das bisherige Gelände in Entschendorf stand nicht mehr zur Verfügung, ein Ersatz war lange nicht gefunden. Bis sich in Takern II eine Lösung auftat. Gerald Hinteregger stellte seinen Acker zur Verfügung. Der Landwirt, Unternehmer, Sportler und Betreiber des neuen Bogenparcours in St. Margarethen, ist selbst Mitglied des Enduro-Klubs. Für ihn hat das Rennen Tradition. Ein Lob sprechen die Mitglieder der Gemeinde und der Bezirkshauptmannschaft aus. „Mit den Genehmigungen hat alles reibungslos funktioniert“, betont Bernhard Felber, seit 2004 Mitglied.
Vom Klub selbst werden beim Rennen nur sechs Fahrer teilnehmen. Der Großteil hilft hinter den Kulissen. So wartet nach dem Rennen eine große After-Race-Party, bei der man bei Musik und Getränken auf das Renn-Comeback anstoßen will.
W 7 Enduro-Cross 2026
Wann: Samstag, 10. Oktober, ab 9 Uhr (Rennstart ist um 10 Uhr)
Wo: Takern II in St. Margarethen an der Raab
Was: Nach drei Jahren Pause ist das legendäre Enduro Cross des Enduroklubs W 7 in St. Margarethen an der Raab auf einem neuen Rennareal zurück. 120 Fahrerinnen und Fahrer gehen in sieben Kategorien an den Start. Im Anschluss an die Siegerehrung findet ein After-Race-Party am Gelände statt. Infos auf: www.enduroklub-w7.at