Gleichenberger Bahn fährt auch 2027, aber das Zittern geht weiter
Land und drei Gemeinden sorgen für Finanzierung der Gleichenberger Bahn im Jahr 2027. Infrastrukturmittel des Bundes sind noch offen. Die weitere Zukunft der Bahnlinie ist ungewiss.

Am Landesbahnhof Feldbach fand am Freitagnachmittag ein großes Fest inklusive Nostalgie-Ausstellung mit historischen Fotos und Gegenständen statt, um das 95-Jahr-Jubiläum der Gleichenberger Bahn zu feiern. Eine beachtliche Zeitspanne, die allemal Grund zu feiern ist, wie alle Ehrengäste in ihren Ausführungen betonten. Und sie legten unisono ein Bekenntnis zum „Dschungelexpress“ ab, der echtes Bahnerlebnis biete, eine touristische Lebensader sei und durch das Herz des Vulkanlandes führe.
Die alles entscheidende Frage ist aber, wie es mit der Gleichenberger Bahn überhaupt weitergehen wird. Für das heurige Jahr 2026 (bis November) ist der Betrieb gesichert (siehe auch Infobox). Da konnte Verkehrslandesrätin Claudia Holzer mitteilen, dass das Land Steiermark für 2027 213.000 Euro zur Verfügung stellen wird, „damit die Gleichenberger Bahn wieder durch die Region fährt.“ Für das heurige Jahr waren es 174.900 Euro gewesen. Die Gemeinden Bad Gleichenberg, Gnas und Feldbach werden erneut einen gemeinsamen Beitrag von 15.000 Euro leisten.
Verhandlungen über Bundesmittel in Endphase
Ronald Kiss, Direktor der Steiermärkischen Landesbahnen, die für die Infrastruktur und Verwaltung zuständig sind, betonte, dass es enorm wichtig sei, die Gleichenberger Bahn weiterzuführen. Die notwendige Finanzierung aufzustellen, ist jedoch herausfordernd.

Es geht dabei um Mittel aus dem Mittelfristigen Investitionsprogramm des Bundes (MIP, 2027-2031). Landesrätin Holzer sei dabei behilflich gewesen, diese zu erhalten. Allerdings gibt es noch keine fixe Zusage. Die Verhandlungen befänden sich in der Endphase, sagte Kiss auf Nachfrage der Kleinen Zeitung. Eine Summe wollte er nicht nennen. Er geht aber davon aus, dass angesichts der knappen Budgetmittel mit Abstrichen zu rechnen sei.
Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Gleichenberger Bahn vor allem auf Geld aus diesem Programm rechnen kann, weil die Stichstrecke zum Steinbruch am Steinberg in Mühldorf gewissermaßen systemrelevant ist. Die Firma „Steirische Basalt- und Hartgesteinwerk Appel“ nutzt sie nämlich zum Transport von Gleisschotter, der an zahlreichen Baustellen österreichischer Infrastrukturunternehmen gebraucht wird.
Zum Fahrplan der Gleichenberger Bahn
Seit 2021 fährt die Gleichenberger Bahn nicht mehr im Regelverkehr.
Aktuell verkehrt sie zwischen Feldbach und Bad Gleichenberg nur an Wochenenden und Feiertagen im Linienverkehr – von März bis November je viermal täglich in beide Richtungen.
Nach derzeitigem Stand soll das auch 2027 wieder so sein.
Betrieb für das Jahr 2027 gesichert
So ist der Betrieb für das Jahr 2027 gesichert. Aber trotz aller Bekenntnisse zur Bedeutung des „touristischen Juwels“, wie die Feldbacher Vizebürgermeisterin und Vorsitzende des Thermen- und Vulkanlandes, Sonja Skalnik, die Gleichenberger Bahn charakterisierte, geht das Zittern offenbar Jahr für Jahr weiter. Holzer, die sich als Eisenbahnfreundin bezeichnete, und die Sonderfahrten im Rahmen der Jubiläumsfeier nutzte, um erstmals mit der Gleichenberger Bahn zu fahren, ließ da eine Hoffnung anklingen: „Ich möchte auch das 100-jährige Jubiläum erleben.“
Angesichts des alljährlichen Bangens um die Weiterführung ist es auch wenig verwunderlich, dass beim 95. Geburtstag einige Stimmen aufkommen, die verlangen, endlich einmal eine klare Entscheidung über das weitere Schicksal der Gleichenberger Bahn zu treffen.