Jetzt wird gegen Militärdekan auch wegen Betrugs ermittelt
Nach Verdacht der sexuellen Belästigung: Die Grazer Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen einen Militärdekan um mehrere Vorwürfe erweitert.
Für die Staatsanwaltschaft ist der Mann kein Unbekannter. Seit mehreren Monaten läuft gegen einen 60-jährigen Militärdekan ein Ermittlungsverfahren. Der Vorwurf: Er soll eine junge Soldatin verfolgt und belästigt haben.
Der Sprecher der Grazer Staatsanwaltschaft Christian Kroschl sagte der „Kleinen Zeitung“ im März: „Es geht um den Verdacht der beharrlichen Verfolgung und der sexuellen Belästigung, jeweils unter Ausnützung einer Amtsstellung, sowie des Missbrauchs der Amtsgewalt und des Missbrauchs der Dienststellung nach dem Militärstrafgesetz.“
Weitere Ermittlungen laufen
Dem aber nicht genug. Wie sich nun herausstellte, laufen nun weitere Ermittlungen. Kroschl bestätigt, dass auch gegen den Mann wegen Missbrauch der Dienststellung, Missbrauch der Amtsgewalt und schweren Betrugs unter Ausnützung einer Amtsstellung in anderen Fällen ermittelt wird. Die Tageszeitung „Kurier“ berichtete zuerst über die im Raum stehenden neuen Vorwürfe.
Kroschl lässt auch wissen, dass die Staatsanwaltschaft wegen Missbrauchs der Amtsgewalt und Verletzung einer Pflicht zur Geheimhaltung gegen den Mann ermittelte. Diese Verfahren sind aber mittlerweile bereits eingestellt.
Bundesheer wartet mit Disziplinarverfahren
Ins Detail konnte und wollte Kroschl bei den Ermittlungen jedenfalls nicht gehen. Auch seitens des Bundesheeres hält man sich bedeckt. Sprecher Michael Bauer sagt, man könne das Verfahren nicht kommentieren.
Derzeit ist der Dekan jedenfalls von seinen Tätigkeiten abgezogen. Ein entsprechendes Disziplinarverfahren leitet das Bundesheer ein, sobald das Ermittlungsverfahren gegen den Dekan abgeschlossen ist. Wie bei allen Beamten würde dann eine Verurteilung zu einem Jahr bedingt automatisch zum Amtsverlust führen.