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Erspartes statt Kredit: Wie Österreicher das erste Auto bezahlen

So viele neue Führerscheine wie seit 2013 nicht mehr, doch beim ersten Auto wird gespart. Zwei Drittel zahlten weniger als 5000 Euro.

Mehr als jedes fünfte erste Auto ist ein Geschenk der Familie
© KLZ / Wellnhofer Designs - Stock.adobe
Mehr als jedes fünfte erste Auto ist ein Geschenk der Familie
Uwe Sommersguter
Leitung Wirtschaft Kärnten/Osttirol

Der Führerschein hat in Österreich wieder Konjunktur. 168.437 Führerscheine wurden 2025 neu ausgestellt, um sechs Prozent mehr als im Jahr davor, wie Daten der Statistik Austria zeigen. Es war der dritte Anstieg in Folge und der höchste Wert seit 2013.

Das erste eigene Auto ist danach fast immer ein gebrauchtes – zumindest, wenn es nach den Nutzerinnen und Nutzern des Kleinanzeigenportals willhaben geht. 92,1 Prozent halten einen Gebrauchtwagen für das passende Einstiegsfahrzeug. Das Unternehmen hat dazu im September 1204 Personen befragt.

Zwei Drittel blieben unter 5000 Euro

Das Budget ist entsprechend knapp. Zwei Drittel der Befragten haben für ihr erstes Auto weniger als 5000 Euro bezahlt, knapp ein Viertel sogar höchstens 1.000 Euro. 15,6 Prozent gaben zwischen 5.001 und 10.000 Euro aus, sechs Prozent mehr als 20.000 Euro.

Die Angaben beziehen sich auf den jeweiligen Kaufzeitpunkt, der bei älteren Befragten Jahrzehnte zurückliegen kann. Wie stark die Preise seither gestiegen sind, zeigt der Altersvergleich. Von den 17- bis 29-Jährigen haben 42,8 Prozent mehr als 5000 Euro ausgegeben, bei den 50- bis 59-Jährigen waren es 25,3 Prozent.

Erspartes und Eltern statt Bank

Finanziert wird der erste Pkw überwiegend ohne Fremdkapital. 64,2 Prozent haben dafür (auch) eigene Ersparnisse eingesetzt. Bei 22,8 Prozent war das Auto ein Geschenk der Eltern oder der Familie, bei 16,2 Prozent steuerten Angehörige einen Teil bei; Mehrfachnennungen waren möglich.

Klassische Finanzierungsprodukte spielen in diesem Segment kaum eine Rolle. 5,2 Prozent nahmen einen Kredit auf, 3,4 Prozent entschieden sich für Leasing, 1,3 Prozent für einen Autokredit über den Händler. Ein Auto-Abo nutzten 0,3 Prozent.

Die Hilfe der Familie trifft auf immer mehr sehr junge Lenkerinnen und Lenker. Laut Statistik Austria wurden 2025 genau 33.324 L17-Lenkberechtigungen erteilt, sechs Prozent mehr als 2024 und so viele wie nie seit Beginn der digitalen Erfassung 2006. 35 Prozent aller 17-Jährigen machten den vorgezogenen Führerschein, im Jahr davor waren es 32 Prozent.

Verbrenner vorn, E-Auto holt auf

Technisch bleibt das Einstiegsauto konventionell. 66 Prozent der Befragten meinen, ein erstes Auto solle ein Schaltgetriebe haben. Nur 11,6 Prozent sprechen sich für Automatik aus, der Rest hat keine Präferenz.

Beim Antrieb liegen Benzin mit 69,4 Prozent und Diesel mit 53,0 Prozent klar voran. Elektro kommt auf 18,1 Prozent, Benzin-Hybrid auf 17,9 und Diesel-Hybrid auf 11,1 Prozent; mehrere Antworten waren möglich.

Der Abstand ist groß, die Richtung aber eindeutig. In einer willhaben-Umfrage aus dem Jahr 2021 hatten erst vier Prozent das E-Auto als geeignetes Erstfahrzeug genannt. Auf den Verbrennungsmotor verzichten könnten vor allem Frauen, 30- bis 39-Jährige sowie Akademikerinnen und Akademiker, sagt Alexander Reissigl, Product Director Cars & Motor bei willhaben.

Unabhängigkeit als Hauptmotiv

Warum der Führerschein trotz Teuerung und Klimaticket gefragt bleibt, beantworten die Befragten recht einheitlich. 65,5 Prozent nennen die Unabhängigkeit von anderen und von öffentlichen Verkehrsmitteln. 60,2 Prozent wollen jederzeit spontan losfahren können, 43,3 Prozent geht es um Freizeit, Hobbys und Reisen.

Die laufenden Kosten für Treibstoff oder Strom, Versicherung und Pickerl haben die meisten nach eigener Einschätzung richtig kalkuliert. 39 Prozent lagen demnach sehr treffend, 27,1 Prozent eher treffend. Rund ein Sechstel hat die Kosten unterschätzt, die Übrigen hatten vorab keine konkrete Vorstellung.

Als repräsentativ weist willhaben die Erhebung nicht aus.