Die Bullen waren für die Adler eine Nummer zu große
Meister Kapfenberg sicherte sich das erste Deryb in der Superliga-Saison gegen die Eagles. Auf die Grazer waretet noch viel Arbeit. Sieg für UBI Graz in Wien.

Am Ende war das Derby dann doch eine klare Sache für den amtierenden Meister und das 96:72 gegen die Eagles auch in dieser Höhe verdient. So konnten die Spieler Kapfenbergs ihren Gang entlang der Tribüne antreten und mit ihren Fans abklatschen, wie es liebgewonnene Tradition in Walfersam ist. Und auch die Grazer rotteten sich auf dem Parkett zusammen und klatschten ihrem Anhang nach dem Derby Beifall. Wenngleich die Teams seit Jahrzehnten Konkurrenten sind, war es das erste der Grazer unter dem neuen Namen „Eagles“. Somit steht es in der Bilanz: Bullen gegen Adler 1:0. „Wir sind gut in das Spiel gekommen und haben physisch gespielt und so gegen die starken Grazer gegenzuhalten“, sagt Bulle Daniel Grgic, „uns ist das gut gelungen und wir konnten es über 40 Minuten auch durchziehen.“
Der Beginn war munter und unterhaltsam, doch schlichen sich recht früh kleine Fehler mit großer Wirkung ein. Und über das Spiel gesehen mussten die Kapfenberger 25 dieser Turnovers ausbaden, bei Graz waren es „nur“ 19. Für Bullen-Manager Michael Schrittwieser ist das ein Zeichen einer leichten Unkonzentriertheit. „Vielleicht waren wir nicht so fokussiert. Das müssen wir abstellen, denn so etwas kann schnell bestraft werden.“ Dazu waren die Grazer an diesem Abend allerdings nicht in der Lage. Nicht nur, weil sie in der Verteidigung das ein oder andere Mal zu leicht auszuspielen waren, sondern auch weil es den Anschein hatte, dass sie im dritten Viertel an Kraft verloren und von der Bank aus nicht nachlegen konnten.
„Abgänge gut kompensiert“
Mit dem Auftreten seiner Mannschaft ist Schrittwieser nach den ersten drei Runden – nur gegen Graz gelangen keine 100 Punkte – zufrieden. „Wir haben die Abgänge sehr gut kompensiert und sind auch physisch bereit. Wir spielen auch schon als Mannschaft“, sagt er, der auch seinem Trainer Klym Artamonov mehr Selbstvertrauen attestiert. 20 Assists sind ein Zeichen, dass die Bullen im Kombinationsspiel schon ein gewisses Selbstverständnis aufgebaut haben, an dem Graz-Trainer Ervin Dragšić noch arbeiten muss. „Es war ein verdienter Sieg der Kapfenberger. Wir konnten zwar bis ins dritte Viertel mithalten, haben aber zu viele individuelle Fehler gemacht und dumm gespielt. Das haben sie genutzt, und es steht noch viel Arbeit vor uns.“
Grazerinnen siegten
In der Women-Superliga hat UBI Graz unterdessen im zweiten Spiel den zweiten Sieg gefeiert. Über fast drei Viertel der Zeit lag das Team von Trainerin Theresa Petricevic bei den Flames in Wien vorne und siegte am Ende mit einem komfortablen Vorsprung 77:57 (39:32). UBIs Ella Burns war mit 17 Punkten die erfolgreichste Werferin der Partie.