„Iron Mike“ Stewart vor VSV-Rückkehr! „Bin adoptierter Villacher“
Vierzehneinhalb Jahre nach seinem Abgang in Villach kehrt Legende Mike Stewart heute (17.30 Uhr, ORF Sport+) in die Stadthalle zurück. Als Trainer des Gegners.

Neun Jahre im Dress des VSV, zweimal Meister, von 2007 bis 2010 Kapitän, dann zunächst Co- und später Cheftrainer: Mike Stewart ist nichts weniger als eine absolute Legende des Villacher Eishockeysports. 2012 endete die Zusammenarbeit mit Stewart, der als Trainer der Adler das Play-off verpassen und in weiterer Folge in die DEL2 abwandern sollte. Heute kommt „Iron Mike“ erstmals in einem Pflichtspiel zurück an die Drau. Als Trainer der Vienna Capitals und ausgestattet mit einer Menge internationaler (DEL-)Erfahrung aus Augsburg, Köln und Wolfsburg.
Giuseppe Mion, höchst erfolgreicher Kult-Manager der Adler-Geschichte, sollte Jahre nach dem Abgang Stewarts einräumen, einen Fehler begangen zu haben, den jungen Trainer nach einer Saison des Misserfolgs gehen zu lassen. „Das hört man im Nachhinein gerne. Aber das ist Teil unseres Business. Es ist hart, aber keiner wird dazu gezwungen. Wenn das einer nicht will, soll er etwas anderes machen“, gibt‘s vonseiten Stewarts kein böses Blut.
Wie auch, Villach war jahrelang seine Heimat, hier wurde er auch österreichischer Staatsbürger, seine drei Kinder sind hier geboren. „Mein Sohn Mack hat mich einmal im Sommer, als wir in Calgary waren, im tiefsten Kärntnerisch gefragt: ‚Hey Papa, wonn gemma wieder ham?‘ Für die Kinder ist gar nicht zwingend Kanada, sondern Kärnten die Heimat“, erzählt Stewart, der seit Jahren auch eine Freundschaft mit Bürgermeister Günther Albel pflegt und selbst sagt: „Ich bin ein adoptierter Villacher.“
So war es auch komisch, dass er jetzt die Söhne seiner Freunde Günther Lanzinger und Wolfgang Kromp, Benjamin und Christof, selber trainiert. „Langsam gewöhne ich mich dran. Ich freue mich schon, wenn die beiden Väter nach Wien kommen. Damit sie aus Villach rauskommen, muss eh viel passieren“, sagt Stewart lachend.
In Villach muss die Freundschaft kurzfristig ruhen
Heute gibt es für rund zwei Stunden aber keine Freundschaft, „ich bin jetzt ein Cap durch und durch. Daher bin ich natürlich zwiegespalten.“ Sportlich wird‘s interessant, wenn das beste Powerplay der Liga auf eines der besten Unterzahlspiele trifft. „Beide spielen diese Special Teams mit viel Selbstvertrauen“, weiß Stewart, der vorm VSV warnt: „Ich habe mir zwei Spiele angeschaut. Mit ihnen ist zu rechnen.“