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Ist Markus Marterbauer der Richtige, Herr Hajek?

Meinungsforscher Peter Hajek über das Potenzial Gerhard Zeilers und das wahlstrategische Dilemma des Finanzministers als SPÖ-Chef.

Ein Mann mit Zukunft in der SPÖ: Finanzminister Markus Marterbauer
© APA / Georg Hochmuth
Ein Mann mit Zukunft in der SPÖ: Finanzminister Markus Marterbauer
Walter Hämmerle
Leiter Innenpolitik

Am Sonntag treffen sich die neun Landeschefs mit Bundesparteichef und Vizekanzler Andreas Babler, um über die hochgekochte Obmann-Debatte zu beraten.. Auch ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian und Frauenchefin Eva-Maria Holzleitner nehmen teil. Beginn ist um 16 Uhr. Hier geht es zum Live-Ticker. Meinungsforscher Peter Hajek sieht im Interview aber sowohl für Gerhard Zeiler als auch für Markus Marterbauer Herausforderungen, wenn es um das Amt des SPÖ-Chefs geht.

Meinungsforscher Peter Hajek
© APA / Hans Punz
Meinungsforscher Peter Hajek

Hätte Medienmanager Gerhard Zeiler das Potenzial gehabt, die SPÖ wieder nach vorne zu bringen?

Peter Hajek: Das ist eine interessante Frage. Es hätte mit ihm keinen Sebastian-Kurz-Effekt gegeben, aber eine Stabilisierung der SPÖ bei etwa 17 Prozent wäre möglich gewesen. Eine nähere Analyse der Daten hat aber auch gezeigt, dass da Spielraum nach oben vorhanden ist, vor allem bei jenen, die mehr über Zeiler gewusst haben. Um das umzusetzen, hätte es aber Zeit gebraucht und auch die richtigen Rahmenbedingungen.

Wie würde sich eine SPÖ mit Finanzminister Marterbauer an der Spitze entwickeln?

Bei der Sonntagsfrage liegt eine Marterbauer-SPÖ derzeit bei 23 bis 25 Prozent, also deutlich stärker als bisher. Es gibt aber einen Haken: Marterbauer fischt fast ausschließlich im linken Wählerteich, also bei Grünen, KPÖ und auch Neos; die freiheitlichen Wähler sind davon völlig unbeeindruckt. Eine Herausforderung für die Partei wie für ihn persönlich stellt dabei sicher auch seine Krebserkrankung dar. Eine vollständige Genesung benötigt ausreichend Zeit.

Aus Sicht des Meinungsforschers: Was sollte beim Krisentreffen der SPÖ am Sonntag herauskommen?

Was auf keinen Fall herauskommen sollte, ist, dass sich die Partei auf ein „jetzt schau’ ma’ mal“ verständigt. Es ist klar, dass in so einer auf vielen Ebenen verfahrenen Situation nach nur einer Sitzung nicht alle Fragen geklärt werden können. Aber es braucht einen klaren Plan und Prozess mit konkreten Zeitvorgaben, wie es jetzt weitergeht. Eine Möglichkeit ist, dass Parteichef Andreas Babler ein Einsehen hat und eine Übergabe seiner Ämter angeht; eine andere ist die Ankündigung einer Mitgliederbefragung über bestimmte Kandidaten; und wenn es noch keine konkrete Lösung gibt, braucht es zumindest einen zeitlichen Fahrplan für eine solche. Aber egal, wie das Treffen ausgeht: Ein konkreter Plan ist nötig, keine Ankündigung eines vagen Prozesses – und je klarer, desto besser für die SPÖ.

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