„Der Wiesenmarkt ist das größte Kaufhaus unter freiem Himmel“
Ein Rundgang am Wiesenmarkt-Freitag, der heuer erstmals ein zusätzlicher Krämertag ist, zeigte perfektes Wetter, gut gelaunte Besucher und zufriedene Aussteller.

Das Wetter hätte besser nicht sein können am Wiesenmarkt-Freitag in St. Veit. Erstmals hatte heuer an diesem Tag auch der Krämermarkt geöffnet, und ein Rundgang am Nachmittag zeigte ein gut besuchtes Rennbahngelände.
Die Krämerinnen und Krämer selbst waren am Freitag mit dem bisherigen Verlauf des Wiesenmarkts zufrieden bis sehr zufrieden, obwohl fast jeder anmerkte, dass die Kundinnen und Kunden sehr auf ihr Geld achten. „Das Leben wird immer teurer, man muss ja nur auf die Spritpreise schauen“, sagt Markus Plangger aus Guttaring, der am Krämermarkt Gürtel aus seiner Ledermanufaktur anbietet: „Da muss man sich als Aussteller eben anpassen, aber die Qualität der Waren darf darunter nicht leiden.“ Seit dem Jahr 2021 ist Plangger am St. Veiter Wiesenmarkt vertreten und war bis jetzt mit dem Umsatz immer zufrieden: „Gürtel braucht jeder.“ Vor Ort kann Plangger auch kleine Reparaturen durchführen und Gürtel anpassen: „Der zusätzliche Krämertag am Freitag ist auf jeden Fall eine Bereicherung“, betont er im Hinblick auf die Neuerung: „Die Veranstalter machen eine gute Werbung und ich habe immer denselben Standplatz, was mir wichtig ist.“

„Der zusätzliche Krämertag ist gut“
Zum vierten Mal dabei ist Renate Kriechhammer von der Firma Innviertler Emaille. Der Stand mit den nostalgisch anmutenden Töpfen, Sieben, Schöpfern und Kellen, Milchkannen, Nudelwalkern und vielem mehr ist ein besonderer Blickfang. „Wir haben heuer ein Zelt mehr und sind bis jetzt sehr zufrieden. Wir haben einen tollen Standplatz, der zusätzliche Krämertag ist gut und das größte Glück haben wir heuer wohl mit dem Wetter“, fasst Kriechhammer zusammen. Sie merkt, dass die Besucherinnen und Besucher sparsamer geworden sind: „Das ist aber allgemein so, nicht nur in St. Veit.“

„Man merkt einen Kaufkraftverlust“
„Ob der zusätzliche Krämertag wirklich ein Umsatzplus bringt oder nur eine Umverteilung, wird sich erst zeigen“, erklärt Iris Janger von der Glitzer-Boutique in Seiersberg. Angeboten werden Ohrringe, Armbänder und Edelstahlschmuck mit und ohne Glitzer. „Ich bin seit 2019 in St. Veit dabei und jedes Jahr zufrieden. Man merkt einen Kaufkraftverlust, deshalb biete ich heuer erstmals Aktionen an. Das wird gut angenommen und die Leute wollen ja etwas vom Markt mitnehmen“, sagt die Unternehmerin, die auch regelmäßig im Südpark in Klagenfurt anzutreffen ist.

„Zäher Freitag“
Eine Institution am Krämermarkt ist Textilien Schmid aus Bleiburg. Chef Dietmar Karl Schmid (73) fuhr bereits als Kind mit seinen Eltern auf den St. Veiter Wiesenmarkt. „Ab 1964 habe ich bei meinen Eltern mitgearbeitet“, erinnert er sich zurück. Heuer „passt“ der Wiesenmarkt für ihn: „Das Wetter passt und die Leute lassen sich gut ansprechen. Das ist nicht immer so.“ Besonders kurze und lange Lederhosen seien heuer gefragt: „Schöne Textilien werden immer gesucht.“ Schmid bezeichnet den Wiesenmarkt als „das größte Kaufhaus unter freiem Himmel“. Der zusätzliche Freitag gestalte sich für ihn noch zäh: „Aber das ist bei jeder Neueinführung so.“

Das Wetter als „größtes Glück“
Zufrieden zeigen sich mit den bisherigen Krämertagen auch Harald und Rosi Schrammel aus St. Veit. Der Kunstdrechsler bietet unter anderem Pfeffermühlen und Jausenbrettln sowie ätherische Öle an. „Mit dem ersten Wiesenmarkt-Wochenende waren wir zufrieden und ich glaube, auch das zweite wird gut. Der Dienstag ist schlecht verlaufen“, zieht Schrammel eine Zwischenbilanz. Seine handgefertigten Produkte haben ihren Preis: „Wer Qualität schätzt, ist auch bereit, dafür zu zahlen.“ Und seine Frau betont, wie alle Aussteller: „Mit dem Wetter haben wir heuer wohl das größte Glück.“