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Altes Schulgebäude in Wolfsberg soll jetzt verkauft werden

Wegen stark gesunkener Schülerzahlen werden Flächen frei. Die Musikmittelschule wurde geschlossen, Interessenten für das Schulgebäude nahe dem Stadionbad gibt es bereits.

© Bettina Friedl
Der riesige Gebäudekomplex, in dem Musikmittelschule und Poly beheimatet waren, steht nun zum Verkauf
Bettina Friedl
Teamleiterin Regionalredaktion Lavanttal & Völkermarkt

Im Sommer sind die letzten Schüler aus dem Gebäude in der Supantschitschstraße in Wolfsberg ausgezogen, in dem 1979 die damalige Hauptschule 3 und der polytechnische Lehrgang eröffnet haben. Aufgrund rückläufiger Schülerzahlen und aus wirtschaftlichen Gründen wurden die Umbaupläne für das desolate Schulgebäude verworfen. Anstatt zu sanieren, wurde die Musikmittelschule in Stadionbadnähe im Sommer geschlossen – und die Klassen mit Musikschwerpunkt zur Bildungswelt Wolfsberg verlegt. Die benachbarte Polytechnische Schule wanderte zur Mittelschule St. Andrä ab.

„Wir haben die Mittelschule nicht aus Jux und Tollerei geschlossen, sondern aus wirtschaftlichen Überlegungen heraus. Wir investieren stattdessen in die Mittelschule der Bildungswelt Wolfsberg“, sagte Klaus Penz als Vorsitzender des Schulgemeindeverbandes kürzlich bei der Spatenstichfeier anlässlich der Renovierung bei der Bildungswelt.

Ende der 1970er beziehungsweise Anfang der 1980er-Jahre gab es an den neun Schulstandorten im Lavanttal noch 3752 Hauptschüler, jetzt sind es nur noch 1318 Mittelschüler. 

— Klaus Penz, Vorsitzender Schulgemeindeverband Wolfsberg

Um diese Entscheidung zu untermauern, präsentierte er Zahlen: „Ende der 1970er- beziehungsweise Anfang der 1980er-Jahre gab es an den neun Schulstandorten im Lavanttal noch 3752 Hauptschüler, jetzt sind es nur noch 1318 Mittelschüler. Also gerade einmal ein Drittel im Vergleich zu damals“, sagte Penz. Das Raumangebot sei hingegen dasselbe, somit war eine Schließung nicht zu vermeiden. Anderenorts sehe es nicht anders aus: Rückläufige Schülerzahlen, aber ein Raumangebot aus Zeiten des Baby-Booms. Daher werden zum Beispiel in Bad St. Leonhard und in St. Paul künftig die Musikschüler in den Schulgebäuden unterrichtet, die Umbauarbeiten laufen.

Schule wird verkauft

Das leerstehende Schulgebäude in der Supantschitschstraße will der Schulgemeindeverband nun verkaufen. Immerhin wird der Erlös für die Renovierung der Bildungswelt Wolfsberg benötigt, wobei den Großteil der 12-Millionen-Investition das Land Kärnten beisteuert: 6,9 Millionen Euro kommen aus dem Bildungsbaufonds, der Rest vom Schulgemeindeverband, dem alle neun Lavanttaler Gemeinden angehören.

© Bettina Friedl
Die Turnsäle des Schulgebäudes in der Supantschitschstraße werden weiterhin von Vereinen genutzt

Was aus dem alten Schulgebäude werden soll, darüber gibt es viele Spekulationen: Ein Schüler- oder Lehrlingsheim, eine Tagesstätte für Senioren oder auch die Idee eines „Multifunktionshauses“ mit kombinierten Nutzungsvarianten geistert umher. Platz gebe es genug, das Gebäude ist unterkellert und der dreigeschoßige Bau kommt auf tausende Quadratmeter Bruttogeschoßfläche.

Turnsäle weiterhin nutzen

Zu den Gerüchten beziehungsweise Nutzungsvarianten will sich Penz nicht äußern, er sagt nur: „Als Schulgemeindeverband haben wir das Regionalmanagement Lavanttal beauftragt, ein Konzept mit den potenziellen Interessenten zu erarbeiten. Als Sportreferent der Stadt Wolfsberg bekunde ich Interesse an den Turnsälen, die auch jetzt trotz Schulschließung weiterhin von Vereinen genutzt werden. Wir wollen schauen, ob es möglich ist, dass die Turnsäle weiterhin für unsere Vereine in öffentlicher Hand bleiben.“

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Klaus Penz, Vorsitzender des Schulgemeindeverbandes Wolfsberg

Dass es bereits Interessenten gibt, bestätigt Johannes Gastrager als Geschäftsführer des Regionalmanagements Lavanttal, Namen will er keine nennen. „Wir haben vom Schulgemeindeverband den Auftrag bekommen, bei all jenen, mit denen bisher mündlich gesprochen wurde, nun schriftlich zu erheben, wer künftig in welchem Ausmaß Interesse an der Nutzung dieser Immobilie hat“, erklärt Gastrager. Weitere Interessenten können sich übrigens nach wie vor beim RML melden. Bis Jahresende soll geklärt werden, wer in welcher Form Interesse hat (Investor, Eigentum, Miete) – dann werde weiter geplant.