„Tiefer Riss“: Emotionale Sitzung für verstorbenen Bürgermeister in Treffen
In tiefer Betroffenheit nahm die Marktgemeinde Treffen am Freitag im Rahmen einer feierlichen Trauergemeinderatssitzung Abschied von ihrem verstorbenen Bürgermeister Andreas Fillei.

Es sind Momente tiefer Betroffenheit, die man im Wappensaal der Marktgemeinde Treffen am Ossiacher See selten erlebt hat. Am heutigen Freitag trat der Gemeinderat unter Führung des geschäftsführenden Bürgermeisters Christof Seymann (SPÖ) zu einer feierlichen Trauergemeinderatssitzung zusammen, um dem am 18. September völlig unerwartet verstorbenen Bürgermeister Andreas Fillei die letzte Ehre zu erweisen.
Aus Platzgründen fand die Sitzung im Kreis geladener Gäste statt, darunter die beiden Kinder von Andreas Fillei, langjährige Wegbegleiter, Vertreter der Blaulichtorganisationen, die Gemeinderätinnen und -räte, die Gemeindemitarbeitenden, die Bürgermeister Gerald Ebner (FPÖ) aus Arriach, Michaela Oberlassnig (SPÖ) aus Feld am See, Max Linder (FPÖ) aus Afritz und Harald Haberle (SPÖ) aus Weißenstein sowie der ehemalige Erste Präsident des Kärntner Landtags Reinhard Rohr und Treffens Altbürgermeister Klaus Glanznig.

Der geschäftsführende Bürgermeister Seymann eröffnete die Trauergemeinderatssitzung mit den Worten: „Ich darf bemerken, dass unser Gemeinderat und Gemeindevorstand vollzählig sind. Doch vollzählig sind wir nicht. Ein Sessel bleibt heute leer, es ist jener unseres Bürgermeisters Andreas Fillei, den wir schmerzlich vermissen.“
Viel zu früh lässt du uns tieftraurig zurück.
— Christof Seymann
Im Anschluss an einen Abriss des politischen Lebens und Wirkens Andreas Filleis richtete Seymann das Wort an den Verstorbenen: „Andreas, ich danke dir für die gemeinsame Zeit. Heute und morgen begleiten wir dich auf deinem letzten Weg“, und übergab das Wort an die Vertreter und die Vertreterinnen der Fraktionen:
Es ist nicht mit Worten zu beschreiben, welches riesige Loch Andreas in seiner Familie und in der Gemeinde hinterlässt.
— Gemeindevorstand Christian Bernsteiner (FPÖ)
Es ist kein guter Tag für uns, es ging ein tiefer Riss der Trauer durch die Gemeinde.
— Gemeindevorstand Bertram Mayrbrugger (ÖVP)
Sichtlich berührt zeigt sich Alt-Bürgermeister Klaus Glanznig: „Es fällt mir schwer, die richtigen Worte zu finden. Andreas war nicht nur mein politischer Nachfolger, sondern mein Freund. Gerade deshalb fällt mir der Abschied besonders schwer.“

Im Anschluss an die Sitzung versammelte sich die Trauergemeinde in der Pfarrkirche Treffen zum gemeinsamen Gebet. Am morgigen Samstag, dem 3. Oktober um 14 Uhr, findet die Verabschiedung mit anschließendem Trauerzug durch den Ort statt.
Ein engagierter Lebensweg und eine Gemeinde im Schockzustand
Das plötzliche Ableben des 54-Jährigen hat die 4600 Einwohner und Einwohnerinnen zählende Gemeinde mitten ins Herz getroffen. Filleis Weg in die Politik war geprägt von dem tiefen Wunsch, aktiv mitzugestalten und sich gegen Ungerechtigkeiten einzusetzen. Zum Bürgermeister angelobt wurde Fillei erst am 12. Mai 2026.
Eine Kette tragischer Schicksalsschläge
Für Treffen ist es der dritte schwere Verlust innerhalb kürzester Zeit. Nach dem plötzlichen Tod von Vizebürgermeister Armin Mayer (SPÖ) Anfang 2024 verstarb im März 2025 auch der zweite Vizebürgermeister Bernhard Gassler (FPÖ) nach kurzer, schwerer Krankheit. Dass nun, wenige Monate nach seiner Amtseinführung, auch Bürgermeister Fillei aus dem Leben gerissen wurde, hinterlässt eine tiefe Lücke in der Gemeinschaft. Während die politische Gemeinde vor der schweren Aufgabe steht, sich kurz vor den Gemeinderatswahlen im Frühjahr 2027 neu zu organisieren, gilt das tiefste Mitgefühl der Bevölkerung seiner Ehefrau Andrea, den beiden Kindern sowie der gesamten Trauerfamilie.