Ausseerland: Personal für erste steirische Kulturdrehscheibe steht
Doris Randacher und Benjamin Zerhau sollen künftig das kulturelle Leben der Region sichtbarer machen. Sie wurden aus insgesamt 35 Bewerbungen ausgewählt.

Der Start stehe unmittelbar bevor, sagte Grundlsees Bürgermeister Franz Steinegger der Kleinen Zeitung vor rund eineinhalb Monaten. Nach Ablauf der Bewerbungsfrist mit Ende August werde man in der Personalfrage schnell eine Entscheidung treffen, noch im September solle die Kulturdrehscheibe Ausseerland ihre Arbeit aufnehmen.
Ganz so schnell startete die erste der in der Kulturstrategie 2030 des Landes Steiermark vorgesehenen Kulturdrehscheiben dann zwar nicht, aber mit 1. Oktober nahm sie ihre Arbeit auf. Mit der Aufgabe, das kulturelle Leben in der Region sichtbarer zu machen, betraut wurde ein Duo, und zwar Doris Randacher und Benjamin Zerhau.
Zwei mit Bezug zur Region
Randacher ist Architektin und selbstständige Projektmanagerin. Sie hat Ausseer Wurzeln, stammt aus derselben Familie wie Florian Randacher alias „Flow Bradley“, der ehemalige Frontmann der Band „Ausseer Hardbradler“. Zerhau ist Filmproduzent. Er ist in Altaussee wohnhaft.
Insgesamt 35 Bewerbungen
Die beiden wurden aus insgesamt 35 Bewerbungen ausgewählt. Unter den Bewerberinnen und Bewerbern fanden sich sowohl Einzelpersonen als auch Zweierteams, die sich gemeinsam auf die Stelle bewarben. Über die große Zahl an Bewerbungen – deutlich mehr als erwartet – herrschte beim Auswahlgremium große Freude. Das zeige, so Steinegger, dass auch ein Kulturjob am Land als spannende Aufgabe wahrgenommen werde.
Um die eingegangenen Bewerbungen fair und nachvollziehbar bewerten zu können, gab es ein klar definiertes Auswahlverfahren. In einem ersten Schritt bewertete das Auswahlgremium – Vertreter der Gemeinden des steirischen Salzkammerguts, der Kulturabteilung des Landes sowie der Institutionen, die künftig mit der Kulturdrehscheibe zusammenarbeiten – alle Bewerbungen nach eigens erarbeiteten Kriterien. Anschließend fand am 17. September in Bad Aussee ein Hearing mit sechs Kandidaten beziehungsweise Teams statt.
„Gute Lösung“
Im Gremium ist man sich sicher, mit Randacher und Zerhau eine gute Wahl getroffen zu haben. Man habe zwei Persönlichkeiten gefunden, die Garanten für die Verwirklichung der definierten Ziele, etwa die Vernetzung der regionalen Kulturschaffenden, seien, ist sich etwa Altaussees Bürgermeister Gerald Loitzl sicher.
Sieht man das auch außerhalb des Gremiums so? Was sagt etwa der Ausseer Kulturschaffende und Kulturhauptstadt-Kritiker Hans Fuchs zu den neuen Verantwortlichen des Kulturbüros, das ja bekanntlich mit übriggebliebenen Mitteln des Kulturhauptstadt-Budgets finanziert wird? Im August hatte er gesagt, er hoffe, dass nicht wieder, wie für das Kulturhauptstadtjahr, eine Person ausgewählt werde, die die Region nicht kennt.

„Für mich ist das eine gute Lösung“, so Fuchs auf Nachfrage der Kleinen Zeitung. „Mich freut‘s, dass die beiden im Ausseerland verwurzelt sind. Sie kennen die Region, das ist wichtig. Und sie ergänzen sich auch sehr gut in ihren Fähigkeiten. Ich bin nur neugierig, ob sie auch mit den nötigen Finanzmitteln ausgestattet werden.“