Osttiroler will obdachlosen Kindern in Nepal ein Zuhause geben
Manuel Köck engagiert sich mit seiner Karuna Foundation für Kinder, die auf der Straße leben müssen. Am 9. Oktober gibt es einen Benefizabend in Lienz.

„Wir reden hier nicht nur von Armut, sondern wirklich davon, auf der Straße zu leben wie ein Hund“, schildert Manuel Köck unumwunden. Privat war der 27-Jährige nach eigenen persönlichen Krisen in den vergangenen Jahren immer wieder in Nepal, durfte dort mit den Menschen leben, war in deren Alltag integriert und wurde so auch mit dem Leid vieler obdachloser Kinder konfrontiert.
„In Nepal gibt es eine hohe Sterblichkeit aufgrund von Naturkatastrophen und der schlechten medizinischen Versorgung und es gibt keine Institutionen, die sich um verwaiste Kinder kümmern. Man sieht oft alleinerziehende Großmütter. Meistens ist es den Menschen dort finanziell auch nicht möglich, sich um eine weitere Person zu kümmern. Deshalb müssen diese Kinder dort einen täglichen Kampf ums Überleben führen, barfuß, ohne ausreichend Nahrung, Kleidung oder Schutz. Sie schlafen unter freiem Himmel ohne Aussicht auf eine bessere Zukunft“, beschreibt Köck, der selbst aus Debant stammt.
Perspektive für Kinder und Frauen
Gemeinsam mit Susanne Krämer und dem Nepalesen Dinesh Moktan Tamang hat der gelernte Koch die Karuna Foundation Austria gegründet. „Karuna ist Sanskrit für aktives Mitgefühl“, erklärt Köck. Aktiv werden möchte er mit seinen Kolleginnen und Kollegen, indem er eine Art kleines Dorf in Nordnepal errichtet, in dem etwa 120 Straßenkinder ein sicheres Zuhause und durch Bildung auch eine Zukunftsperspektive bekommen. Eine Perspektive könnte sich dort zusätzlich für Frauen eröffnen, wie Köck betont: „In Nepal ist es so, dass Frauen, wenn sie erwachsen sind, nicht mehr Teil der Familie sind. Wenn sie heiraten, gehören sie zur Familie des Mannes. Wenn sie nicht heiraten, leben sie allein und können, wenn sie Glück haben, vom Bestellen eines kleinen Reisfeldes gerade überleben.“ Solche Frauen sollen ausgebildet werden und als Betreuerinnen im Dorf Arbeit finden.

Dinesh Moktan Tamang würde das Land für das Kinderdorf kostenlos zur Verfügung stellen, die Kosten für die Errichtung werden auf etwa 80.000 Euro geschätzt. „In Nepal hat man auch mit den finanziellen Mitteln eines ,Normalsterblichen‘ die Möglichkeit, Leben zu verändern. Als Maßstab: Dort kann ein Stipendium von 300 Euro für eine mehrjährige Ausbildung darüber entscheiden, ob du einen guten Job bekommst, mit dem du deine ganze Familie versorgen kannst, oder ob es dein Lebensziel ist, einen Wasserbüffel zu hüten“, sagt Köck, der von Osttirol auch schon 450 Kilogramm an gesammelter Kleidung sowie Schulbedarf in ein entlegenes Bergdorf in Nepal transportiert hat.
Benefizabend in Lienz
Zur Unterstützung des Projekts findet am Freitag, 9. Oktober, ab 19 Uhr im Kolpinghaus Lienz ein Benefizkonzert mit nepalesischem Markt und Tombola für die Straßenkinder statt. Mit dabei sind ein Lienzer Kinderchor, Gabriel Forcher & Friends sowie „Souph“. Mehr Infos zum Projekt unter: www.karunaaustria.com