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Ransomware-Gruppe "KillSec" in Europa zerschlagen

Das Landeskriminalamt Hamburg war federführend
© APA/dpa
Das Landeskriminalamt Hamburg war federführend

Bei einer internationalen Operation gegen eine Cybercrime-Gruppierung haben Polizeibehörden in Europa drei Tatverdächtige, darunter einen 16-Jährigen, festgenommen. Zudem seien in Griechenland, Rumänien, Spanien und Großbritannien acht Objekte durchsucht worden, teilte die Polizei Hamburg am Donnerstag mit. Dabei seien Server, Endgeräte, Datenbestände und Vermögenswerte sichergestellt worden.

Die Maßnahme erfolgte den Angaben zufolge im Rahmen der Operation "KillSwitch", einer internationalen Ermittlung unter der Leitung deutscher Behörden zu rund 1.000 mutmaßlichen Cyberangriffen weltweit. Die Strafverfolgungsbehörden haben den Angaben zufolge am Mittwoch die Kontrolle über die Leak-Seite der Cybercrime-Gruppierung "KillSec" übernommen und mindestens 110 Terabyte Daten gegen unbefugten Zugriff gesichert. Die Gruppierung hatte die Seite den Ermittlungen zufolge genutzt, um Organisationen mit der Veröffentlichung zuvor entwendeter Daten zu drohen, sofern diese kein Lösegeld zahlten. In einigen Fällen sei tatsächlich viel Geld geflossen.

Die Gruppe habe auch KI genutzt, um ihre Ransomware-Infrastruktur aufzubauen, zu betreiben und potenzielle Opfer zu identifizieren. Insgesamt seien bisher rund 500 mutmaßlich erfolgreiche Angriffe identifiziert worden. Die Ermittlungen liefen seit Anfang 2025.

Als mutmaßlichen Administrator und Hauptbetreiber der seit etwa 2024 aktiven Gruppierung identifizierten die Behörden einen 16-Jährigen. Ein tatverdächtiger Entwickler sei im August 18 Jahre alt geworden. Darüber hinaus identifizierten die Behörden eine Person in einer Verhandlungs- sowie eine weitere Person in einer Vertriebspartner-Rolle.

Geleitet wurde die Operation gegen "KillSec" vom Landeskriminalamt Hamburg und der Staatsanwaltschaft Hamburg. Beteiligt gewesen seien Behörden aus Belgien, Finnland, Deutschland, Griechenland, den Niederlanden, Rumänien, Spanien, der Schweiz, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten. Auch Europol und Eurojust seien in die Ermittlungen eingebunden gewesen.