Geplante Windpark-Eignungszone im Liesingtal ist vom Tisch
Nach zahlreichen Einwänden aus dem Liesingtal hat das Land Steiermark entschieden: Die Windpark-Eignungszone Steineck-Kammern wurde aus dem neuen Sachprogramm Windenergie gestrichen.
Mit dem Beschluss des Sachprogramms Windenergie durch das Land Steiermark am Donnerstag ist die umstrittene Windpark-Eignungszone Steineck-Kammern nun vom Tisch. Das rund 290 Hektar große Gebiet, das sich quer durch die Gemeinden Kammern im Liesingtal, St. Michael in der Obersteiermark und St. Stefan ob Leoben zieht, wurde aus dem Programm genommen.
Der Entwurf für das neue Sachprogramm Windenergie sah insgesamt 18 neue beziehungsweise erweiterte Vorrang- und Eignungszonen in der Steiermark vor. Neben der geplanten Eignungszone am Perchauer Eck im Bezirk Murau stand vor allem die Windparkzone im Liesingtal in der Kritik. Die eigens gegründete Bürgerinitiative „Für ein lebenswertes Liesingtal“ rund um Obmann Jürgen Blematl setzte sich seit dem Frühjahr gegen die Pläne des Landes ein – mit Erfolg.
Einwände des Umweltanwalts ausschlaggebend
In Summe gingen im Zuge des öffentlichen Auflageverfahrens 716 Stellungnahmen beim Land Steiermark ein, alleine 202 davon äußerten Einwände gegen die Eignungszone Steineck-Kammern. Unter anderem positionierte sich auch die Steirische Umweltanwaltschaft klar gegen den Standort. Wie Landesrat Stefan Hermann (FPÖ) bei der Präsentation des Sachprogramms Windenergie Donnerstagvormittag erläuterte, seien die Einwände des Umweltanwalts sowie die Bedenken der Standortgemeinden ausschlaggebend für die Entscheidung gewesen, den Standort im Liesingtal zu streichen.
Damit wird Steineck-Kammern im neuen Sachprogramm Windenergie nicht mehr als Eignungszone ausgewiesen. Bisherige Pläne für einen Windpark können auf dieser Grundlage also nicht weiterverfolgt werden. Die von der Bürgerinitiative und der Gemeinde Kammern geforderte Deklarierung als Ausschlusszone ist damit noch nicht erreicht.
Ausschlusszone als Ziel
Jürgen Blematl zeigt sich zunächst erleichtert: „Es waren viele Monate voller Arbeit und das ist jetzt mit einem Schlag vorbei. Aber wir bleiben jedenfalls weiter dran, denn das Gebiet Steineck muss zur Ausschlusszone werden, damit die Rechtssicherheit in Zukunft gegeben ist“, sagt der Obmann der Bürgerinitiative. Man werde weiterhin Fakten zusammentragen, um dieses Ziel zu erreichen.
Auch FPÖ-Klubobmann Marco Triller aus Niklasdorf begrüßt die Entscheidung des Landes ausdrücklich: „Wenn alle betroffenen Gemeinden ablehnende Beschlüsse fassen, mehr als 1900 Menschen eine Petition unterschreiben und über 200 negative Stellungnahmen eingehen, dann ist das ein klares Signal aus der Region – und dieses Signal ist angekommen.“
