Freude bei Riegersburgern über Teilnahme bei „9 Plätze – 9 Schätze“
Die Riegersburg kämpft im Vorentscheid zu „9 Plätze – 9 Schätze“ mit. Die Begeisterung unter den Riegersburgern ist groß. Sorge vor neuen Touristenmassen hat man weniger.

„Stärkste Feste der Christenheit“, Wahrzeichen, Kletterpark, Aussichtspunkt, Ort des großen Feldbacher Hexenprozesses und Zuhause – die Festung Riegersburg erfüllte schon viele Rollen. Dass die größte Burg des Landes nun einer der drei steirischen Kandidaten für die ORF-Sendung „9 Plätze – 9 Schätze“ ist, sorgt vor Ort für freudige Gesichter.
„Es ist eine Auszeichnung, dass die Riegersburg nominiert worden ist – diese hat sie sich aber auch verdient“, befindet Kurt Adlgasser, Alt-Bürgermeister der Gemeinde Riegersburg, als ihn die Kleine Zeitung bei einem Lokalaugenschein auf die Nominierung anspricht. Der ehemalige Ortschef ist dabei gerade zufälligerweise mit zwei Experten für Kultur, Geschichte und die Südoststeiermark unterwegs.

Abstimmung zwischen 2. und 6. Oktober
Auch Christa Schillinger, Stradener Amtsleiterin und Historikerin, sowie Karl Nestelberger, Obmann von „Kultur-Land-Leben“, freuen sich über die Teilnahme. „Nachdem sie eine Top-Destination ist, wundert es mich, dass sie nicht schon früher nominiert worden ist“, sagt Schillinger.

Wahrscheinlich gibt es einfach zu viele schöne Ecken in der Steiermark, wie die „Konkurrenten“ der Riegersburg zeigen. Auch das Stift St. Lambrecht im Bezirk Murau und die Talbachklamm bei Schladming wollen bei „9 Plätze – 9 Schätze“ antreten. Von 2. bis 6. Oktober gibt es die entscheidende Abstimmung, wer für die Steiermark österreichweit in den Ring steigen darf.
Die Riegersburg dürfte dabei wohl keine schlechten Chancen haben. Burgherr Emanuel Liechtenstein brachte es im Kleine-Zeitung-Sommergespräch 2025 so auf den Punkt: „Sie ist ein Wahrzeichen – ein Identifikationspunkt. Wenn man hier jemanden fragt, wo er herkommt, sagt er oft: aus der Nähe der Riegersburg.“ Etwas, dem Nestelberger zustimmt: „Es ist ein besonderer Ort in der Steiermark.“
Zahlreiche Steirerinnen und Steirer kennen die Geschichte um den Hexenprozess oder die resolute Burgherrin Elisabeth Katharina Wechsler, bekannt als die „Gallerin“, die der Festung ihre Form gab. Vielfach hat das auch mit Kindheitserinnerungen zu tun. Adlgasser spielte in seiner Kindheit selbst im Winter am Areal Fußplatz und Doris Lovse, Konditorin bei Zotter, erzählt: „Früher war ich wirklich oft auf der Burg, ich verbinde viele Kindheitserinnerungen damit.“

Kommen nun die Touristenmassen?
Mit der Teilnahme bei „9 Plätze – 9 Schätze“ geht allerdings auch immer die Sorge vor den Touristenmassen um, die den Ort überrennen. Lena Posch, Abteilungsleiterin bei Spar, hat dazu eine klare Haltung: „Ich finde die Teilnahme total super, weil die Riegersburg für uns ein Wahrzeichen ist und schon viele Touristen herkommen.“ Auch Lovse weiß: „Der Tourismus ist ja sowieso mehr geworden, jetzt auch durch den Campingplatz.“

Einen Einblick in die Auswirkungen von „9 Plätze – 9 Schätze“ auf die Menschen vor Ort kann auch Schillinger geben. Der Himmelsberg in Straden vertrat ja 2023 die Steiermark im Rennen um den schönsten Platz Österreichs. „Ich kann sagen, dass die Befürchtung, man werde danach überrannt, nicht eingetroffen ist. Man wird aber sehr wohl immer wieder darauf angesprochen“, so die Stradenerin.