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Kokain, Cannabis, Prozess: Warum Angeklagter bestraft werden will

Er wurde bei einer Verkehrskontrolle erwischt. Der Führerschein war sofort weg, jetzt folgte – auf eigenen Wunsch – eine (kleine) Geldstrafe.

Bezirksgericht Voitsberg
© KLZ / Robert Preis
Bezirksgericht Voitsberg
Robert Preis
Regionalredaktion Voitsberg

„Es läuft im Augenblick nicht so gut“, sagt der Angeklagte, wobei es sich dabei wohl um eine Untertreibung handelt. Wegen eines Exekutionstitels war die Polizei im vergangenen Winter in seiner Wohnung und nahm „einen starken Marihuana-Geruch“ wahr. Im Frühling wurde er bei einer Verkehrskontrolle angezeigt, weil er das Auto unter Suchtgiftmitteleinfluss gelenkt hatte – er wurde positiv auf Cannabis und Kokain getestet. Der Führerschein wurde ihm sofort abgenommen – wie schon übrigens einmal im Jahr 2025. Und dann verweigerte der Mann im Sommer auch noch den Besuch beim Amtsarzt.

Die Richterin sieht den Angeklagten geradezu ratlos an. „Was mache ich denn nur mit Ihnen? Warum läuft es nicht so?“ Der Mann bittet um Verständnis. Er habe eine Herzoperation hinter sich. Alles werde sich jezt ändern.

Die Richterin bietet ihm also eine Diversion an. „Sie bekämen eine Probezeit von einem Jahr, müssten aber den Amtsarzt besuchen, psychosoziale Betreuung in Anspruch nehmen und dürften sich – zumindest innerhalb dieses Jahres – nichts mehr zuschulden kommen lassen. Dafür bekämen Sie aber keine Vorstrafe und wären also auch weiterhin unbescholten.“

Angeklagter will die Strafe

Sie wartet. „Die andere Möglichkeit ist: Ich verurteile Sie. Sie bekommen eine Geldstrafe und Sie gehen hier hinaus und der Fall ist abgeschlossen – allerdings eben mit einer Vorstrafe.“ Da überlegt der Angeklagte nicht lange, er nehme die Vorstrafe, sagt er. Er bekommt 280 Euro plus 50 Euro Verfahrenskosten aufgebrummt. „Ich empfehle Ihnen aber dringend, mit den Drogen aufzuhören.“ Der Angeklagte klopft sich an die Brust. „Ganz bestimmt. Ich hatte im Sommer ja die Herzoperation, ich darf also gar keine mehr nehmen. Und außerdem habe ich da noch genug Nachuntersuchungen – noch mehr Termine will ich nicht.“ Bleibt nur zu hoffen, dass er sich daran hält und es bald wieder besser für ihn läuft.