Kärntner Gemeinde verkaufte 1,3 Millionen Liter Thermalwasser für private Pools
Im Sommer sorgte Bad Bleiberg österreichweit mit Thermalwasser für private Pools für Aufsehen. Rund 60 Abnehmer nutzten das Angebot. Für 2027 ist eine Preisanpassung geplant.

Während in vielen Kärntner Gemeinden im diesjährigen Sommer das Wasser knapp wurde, machte Bad Bleiberg aus der Hitze ein Geschäft. Für 2,99 Euro pro Kubikmeter verkaufte die Gemeinde Thermalwasser für die Befüllung privater Pools. An Wasser mangelt es dem rund 2100 Einwohnerinnen und Einwohner zählenden Ort im Hochtal nicht: Die Rudolfsquelle liefert laut Bürgermeister Christian Hecher (ULB) rund 700 Liter pro Minute. Seit ihrer Entdeckung bei Bohrarbeiten im Jahr 1951 wird das warme Wasser genutzt. Anfangs badeten darin Bergleute unter Tage, diesen Sommer füllten damit Menschen aus ganz Kärnten ihre Schwimmbecken.
Rund 60 Personen nutzten das Angebot. Insgesamt wurden etwa 1300 Kubikmeter abgegeben, umgerechnet 1,3 Millionen Liter. Für die Gemeindekassa bedeutete das Einnahmen von rund 3900 Euro.
„Die Werbung war unbezahlbar“
Die Einnahmen sind für Hecher nur ein Teil der Bilanz. Das Angebot sorgte für Aufsehen und machte den Ort weit über Kärnten hinaus bekannt: „Die österreichweite Werbung war unbezahlbar“, so der Bürgermeister. Die Abnehmerinnen und Abnehmer kamen unter anderem aus Villach, Friesach, Hermagor, St. Jakob im Rosental, Klagenfurt, Seeboden oder Grafenstein. Den Transport mussten sie selbst organisieren, abgefüllt wurde das Thermalwasser beim Rudolfschacht hinter dem Hotel Vivea. Im Laufe des Sommers hätten sich auch regionale Unternehmen gemeldet, die den Wassertransport übernehmen konnten. Die Gemeinde vermittelte zwischen ihnen und den Poolbesitzerinnen und -besitzern.
Das Angebot wird im kommenden Sommer sicherlich fortgeführt.
— Christian Hecher, Bürgermeister von Bad Bleiberg (ULB)

Und auch abseits der Verkaufszahlen kann Hecher eine positive Bilanz ziehen, die Rückmeldungen zur Aktion seien „zu 90 Prozent positiv“ gewesen. Doch es gab auch Kritik: Gemeinderat Sepp Götz (Verantwortung Erde) verwies im Sommer darauf, dass das Thermalwasser über die Gemeindegrenzen hinaus verkauft werde, während es den Bewohnerinnen und Bewohnern seit der Schließung der Therme im Jahr 2014 nicht mehr öffentlich zugänglich sei.
Fortsetzung mit neuem Preis
Auch für den kommenden Sommer ist geplant, dass Privatpersonen ihre Pools mit dem Bleiberger Thermalwasser befüllen können. Der bisherige Preis soll allerdings angepasst werden. Wie viel ein Kubikmeter künftig kosten wird, lässt Hecher noch offen. Thermalwasser ist jedenfalls reichlich vorhanden, was nicht genutzt wird, fließt bei Töplitsch in die Drau und geht „sprichwörtlich den Bach hinunter“. Mit dem Verkauf lasse sich zumindest ein Teil davon zu Geld machen: „Jeder Kubikmeter, der verkauft wird, bringt auch Geld für die Gemeindekassa.“