Speed-Dating statt Dating-App: Villacher Bar startet Versuch
In „Waschers Bar“ sollen Singles wieder ins Gespräch kommen. Betreiber plant dafür einen Speed-Dating-Abend. Bei Erfolg soll die Aktion wiederholt werden.

Florian Wascher will in seiner Bar ein Format zurückholen, das viele noch aus der Zeit vor Dating-Apps kennen: Speed-Dating. Seit 2011 betreibt der 39-Jährige „Waschers Bar“ und hat dort oft erlebt, wie aus zufälligen Begegnungen Bekanntschaften und manchmal sogar Beziehungen wurden. Gleichzeitig beobachtet er, dass der direkte Kontakt im Nachtleben schwieriger geworden ist. Viele Gäste kommen in Gruppen, das Handy ist ständig dabei, Gespräche mit Fremden entstehen seltener.
Genau da will Wascher ansetzen. Über die sozialen Medien sucht er Singles, die Lust haben, in kurzer Zeit mehrere Menschen persönlich kennenzulernen. „In Zeiten von Dating-Apps, wo man unendlich wischt, aber trotzdem niemanden richtig kennenlernt, wollen wir die Menschen wieder miteinander verbinden“, sagt er. Nach nur 24 Stunden hätten sich rund 20 Interessierte gemeldet, bislang überwiegend Frauen. Bis kommende Woche will Wascher weitere Anmeldungen sammeln. Zusätzlich wird in der Bar der QR-Code zur Anmeldung aufgelegt.
Er möchte Menschen wieder miteinander ins Gespräch bringen
Wenn genügend Teilnehmende zusammenkommen, soll das erste Speed-Dating schon bald an einem Donnerstagabend stattfinden. Dabei achtet Wascher darauf, passende Altersgruppen zusammenzubringen. Sein Plan: Beim Einchecken erhalten die Teilnehmenden ein Schild mit Vornamen und Nummer sowie ein Match-Blatt. Die Frauen bleiben zunächst an den Tischen sitzen, die Männer wechseln nach jeder Gesprächsrunde weiter.
Am Ende werden die Match-Blätter ausgewertet. Nur wenn sich zwei Personen gegenseitig ankreuzen, werden jene Kontaktdaten weitergegeben, die sie selbst freigegeben haben. „Es wird sehr diskret behandelt, niemand wird bloßgestellt“, betont Wascher. Und wenn es schon beim ersten Kennenlernen funkt, „kann der Abend ja gleich in der Bar ausklingen.“