Weststeirische Erzählerinnen bringen Märchenbuch heraus
RoseMarie Popp und Franziska Kren-Leitgeb haben Märchen zum gerade erschienenen Buch „Märchen hoch 7“ beigetragen. Am 15. Oktober präsentieren sie es in Köflach.

Zusammen besitzen die Pichlingerin Franziska Kren-Leitgeb und RoseMarie Popp aus Stallhofen weit über 100 Märchenbücher. Nun können sich die beiden auch eines mit ihren eigenen Namen ins Regal stellen: Die Weststeirerinnen haben mehrere Märchen zum kürzlich erschienenen Buch „Märchen hoch 7“ beigesteuert. Herausgegeben wurde das Buch von der Krimiautorin Gudrun Wieser, erschienen ist es im Grazer Verlag Edition Keiper. Auch Helmut Wittmann, Ursula Walch, Barbara Plank-Bachselten, Astrid Andrae und Eva Meierhofer haben Erzählungen beigesteuert.
Buchpräsentation am 15. Oktober
Am Donnerstag, 15. Oktober, um 19 Uhr präsentieren Franziska Kren-Leitgeb und RoseMarie Popp das Buch „Märchen hoch 7“ in der Lipizzanerheimatbibliothek in Köflach. Die Buchhandlung Zeltner wird vor Ort Bücher verkaufen.
Um Anmeldung unter Tel. 03144 2519700 oder bibliothek@koeflach.at wird gebeten.
Märchen begleiten seit Jahrhunderten
„Für mich sind Märchen Kulturgut", erklärt RoseMarie Popp, „sie prägen uns und unsere Sprache. Jeder weiß zum Beispiel, was gemeint ist, wenn man sagt: ‚Der hüpft herum wie ein Rumpelstilzchen.‘“ Co-Autorin Franziska Kren-Leitgeb ergänzt: „Wenn wir von Märchen und Sagen sprechen, dann meinen wir damit nicht nur alte Geschichten, sondern etwas, das uns seit Jahrhunderten begleitet und uns bis heute lebendig geblieben ist.“ Damit das auch in Zukunft so bleibt, sind beide Frauen seit Jahrzehnten als Märchenerzählerinnen unterwegs.

Für „Märchen hoch 7", das ab sofort erhältlich ist, haben Popp und Kren-Leitgeb alte Märchen ausgegraben und „ausgeschmückt“, wie Popp es formuliert. „Das ist bei Märchen nicht nur üblich, sondern erwünscht. Der Kern bleibt immer gleich, aber wie man es genau erzählt, ist die Freiheit eines jeden Erzählers“, sagt sie. Die Stallhofenerin selbst hat etwa ein Märchen, in dem es um Geißen geht, kurzerhand typisch weststeirisch auf weiße Pferde umgemünzt.
Auch Sagen im Buch
Kren-Leitgeb wiederum beschäftigt sich schon seit Jahren auch mit weststeirischen Sagen. Der Unterschied: Sagen haben einen wahren Kern und spielen an realen Orten. Aufgeschrieben werden sie üblicherweise nur in wenigen Zeilen, überliefert vor allem mündlich. „Für das Buch habe ich die Sagen deshalb sozusagen zu Märchen gemacht", verrät Kren-Leitgeb. Natürlich mit starkem weststeirischen Bezug – aufgeschrieben hat sie etwa „Die Hexe von Kemetberg“ oder eine Sage beziehungsweise ein Märchen zu einem Schatz auf der Burg Obervoitsberg.
Dass das Kulturgut Märchen nicht verloren geht, finden beide Frauen wichtig. „Märchen zeigen uns, wie man den Sinn des Lebens erfassen und danach leben kann. Sie gehen fast immer gut aus, auch wenn ein Weg beschwerlich ist", sagt RoseMarie Popp. Nachsatz: „Märchen geben Zuversicht, dass es immer einen Weg gibt. Das brauchen wir alle ab und zu.“