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Infineon baut Fabrik in Thailand: Was bedeutet das für Villach?

In Thailand sollen bald 1000 Menschen für Infineon arbeiten. Der Standort Villach sei davon nicht unmittelbar betroffen, betont eine Sprecherin. Im Gegenteil.

Während in Villach die Chips entstehen, werden sie in der neuen Fabrik in Thailand zerteilt, verarbeitet und getestet
© AFP/Ronny Hartmann
Während in Villach die Chips entstehen, werden sie in der neuen Fabrik in Thailand zerteilt, verarbeitet und getestet
Uwe Sommersguter
Leitung Wirtschaft Kärnten/Osttirol

Der deutsche Halbleiterkonzern Infineon eröffnete eine neue Fabrik im thailändischen Samut Prakan. Derzeit sind an dem Standort südöstlich von Bangkok 350 Menschen beschäftigt. Mit dem Hochlauf des ersten von fünf möglichen Modulen soll die Zahl auf 1000 steigen. Langfristig habe der Standort das Potenzial, der größte im Backend-Bereich bei Infineon zu werden, heißt es. Bisher hat Infineon einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag in die Fabrik investiert. Der Bau dauerte 14 Monate.

Der Halbleiterkonzern ist in Österreich unter anderem mit einem Werk und Forschung und Entwicklung am Hauptsitz in Villach sowie mit Standorten in Graz, Wien, Linz sowie Innsbruck vertreten und beschäftigt hierzulande fast 6000 Mitarbeiter. Als Gesamtkonzern baut Infineon derzeit zusätzliche Kapazitäten auf. Erst im Sommer wurde in Dresden eine neue Fabrik eröffnet.

Der Standort in Thailand stärke und diversifiziere das globale Produktionsnetzwerk des Unternehmens weiter und schaffe damit neue Kapazitäten für künftiges Wachstum, so der Konzern. Mit seiner strategischen Lage im Herzen Südostasiens helfe der Standort Infineon, Kunden weltweit flexibel zu bedienen.

Villach ist nicht unmittelbar betroffen

Der Produktionsstandort in Villach, einer von nunmehr 13 weltweit, sei von dem neuen Werk in Thailand nicht unmittelbar betroffen. Es komme auch zu keinerlei Verlagerung von Produktion oder Personal, betont eine Sprecherin von Infineon Technologies Austria auf Anfrage.

Mit „Backend“ werden in der Halbleiterindustrie jene Schritte bezeichnet, in denen die Wafer mit Chips unter anderem zerteilt, verarbeitet und getestet werden. Der neue Standort decke das gesamte Spektrum der Halbleiter-Backend-Prozesse ab, heißt es. Schwerpunkte seien etwa Leistungsmodule und diskrete Halbleiter, Wafertest sowie Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten.

Thailand unterstützt Frontend-Standorte

Im Frontend werden dagegen auf einer Siliziumscheibe (Wafer) die eigentlichen elektronischen Strukturen aufgebaut. Hier entsteht, vereinfacht gesagt, die Funktion des Chips. Der Frontend-Standort Villach profitiere, ebenso wie das Infineon-Produktionsnetzwerk als Ganzes, von einer weiteren Stärkung der Fertigung entlang der gesamten Wertschöpfungskette, so die Sprecherin. Eine stärkere und resilientere Backend-Kapazität erhöhe „die Stabilität, Flexibilität und Wettbewerbsfähigkeit des Gesamtnetzwerks“ und unterstütze damit auch die Leistungsfähigkeit der Frontend-Standorte.