Steirische Roas soll auch unter neuer Leitung ihren Charakter beibehalten
Karl Lenz übernimmt im November die Projektleitung der Steirischen Roas. Tiqa-Geschäftsführer Christoph Wegscheider und er verraten: Steirische Roas soll auch unter neuer Leitung ihren Charakter beibehalten.

Die letzte Steirische Roas dieses Jahres – die Adventroas in Stubenberg am See am 12. Dezember – hat noch nicht einmal stattgefunden, und doch ist man bereits mitten in der Planung für die nächsten sieben Stationen im kommenden Jahr. Maßgeblich beteiligt ist hierbei Karl Lenz, der bisher die künstlerische Leitung der Veranstaltungsreihe innehatte und ab November die gesamte Projektleitung von Claudia Flatscher übernimmt, die sich in den Ruhestand verabschiedet hat.
Neben den Musikbeiträgen, den teilnehmenden Handwerkern und den Kulinarikbetrieben ist der Weststeirer, der in Groß St. Florian zuhause ist, damit auch für die gesamte Organisation und Kommunikation mit den Gemeinden und Partnern zuständig. „Ich habe vor drei Jahren die Chance ergriffen und Karl Lenz engagiert. Er kennt das Format, ist seit Jahrzehnten gut vernetzt und selbst Musikant“, erklärt Christoph Wegscheider, Geschäftsführer der Werbe- und Eventagentur Tiqa mit Sitz in Leoben, die die Steirische Roas 2019 ins Leben gerufen hat.

„Eine Reise der Volkskultur“
Die ursprüngliche Idee damals war, ein Weisenbläsertreffen wie am Leopoldsteinersee in Eisenerz zu veranstalten. Man hat die Veranstaltung aber schließlich noch viel weiter gedacht: „Wir haben uns gefragt, warum wir stationär bleiben sollten und nicht einfach auf eine Reise der Volkskultur gehen“, erzählt Wegscheider.
Nachdem auch das Land Steiermark mit an Bord war, wurde die Idee der Steirischen Roas verwirklicht und ist im wahrsten Sinne des Wortes aufgegangen. Bei jeder der sieben Stationen, die jährlich in verschiedenen Ortschaften in der Steiermark stattfinden, sind etwa 25 bis 30 Musikgruppen und bis zu 250 bis 300 Akteure involviert, weiß Lenz. Auch er selbst hat schon als Teil der Volksmusikgruppe „Weststeirisch Z’sammg‘würfelt“ bei der Roas musikalisch mitgewirkt.
„Wir schauen, welche Musikgruppen es am Standort der jeweiligen Roas gibt und versuchen, sie so regional wie möglich zu gestalten“, erklärt Lenz den Auswahlprozess, „den Rest füllen wir dann mit Gruppen aus der restlichen Steiermark auf.“
Doppelt überbucht
Die Gemeinden selbst können sich ganz einfach per E-Mail mit einem Konzept und einem Vorschlag für eine drei bis fünf Kilometer lange literarische Wanderung anmelden. Die Entscheidung fällt dabei freilich nicht leicht: „Allein für das nächste Jahr sind wir fast doppelt überbucht. Für 2028 gibt es noch ein bis zwei freie Stationen. Aber wir haben auch schon die ersten Anmeldungen für 2030“, sagt Lenz.

„Unsere größte Stärke ist, dass die Roas nie gleich ist. Gleichzeitig ist das aber auch unsere größte Schwäche, der Aufwand ist ein Wahnsinn“, sind sich Lenz und Wegscheider einig. Die Besucherzahlen sprechen jedoch für sich: Allein in diesem Jahr konnte man bisher 38.000 Besucherinnen und Besucher verzeichnen. Manche Touristen aus Deutschland würden sich laut den Veranstaltern ihre Urlaube in der Steiermark so legen, dass sie zur Roas im Lande sind. Aber auch aus anderen Bundesländern begrüße man immer wieder Gäste. „Ein Gast war bei allen 47 Veranstaltungen seit 2019 dabei.“
Das Grundkonzept ist so gut, da brauchen wir nicht daran rütteln.
— Karl Lenz, Projektleiter der Steirischen Roas
In den vergangenen Jahren sei man gewachsen, die Marke der Steirischen Roas habe sich mittlerweile etabliert. Auf die Frage, wie die Veranstaltungsreihe in Zukunft aussehen soll, betont Lenz: „Das Grundkonzept ist so gut, da brauchen wir nicht daran rütteln. Wir wollen auch nicht viel größer werden oder Rekorde brechen, denn die Roas soll ihren Charakter nicht verlieren.“ Wie die 50. Roas gefeiert werden soll und welche Stationen 2027 auf dem Programm stehen, dazu wollen Wegscheider und Lenz jedoch noch nichts verraten.

