Markus Pink über WAC-„Krise“: „Es gab harte Aussprachen“
WAC-Co-Kapitän Markus Pink (35) spricht in der Länderspielpause über das aktuelle Tief, die Baustellen, seine bisherige Spielzeit und Nicolas Wimmer.
Zwei klare Liga-Niederlagen in Folge, fünf Punkte nach sieben Runden, der einzige Sieg war zum Auftakt gegen Austria Wien – wie sehr nagt die aktuelle Situation an der Mannschaft?
MARKUS PINK: Schon sehr! Die letzten Wochen sind überhaupt nicht so verlaufen, wie wir uns das vorgestellt haben – für niemanden im Verein. Wir sind direkt nach der Vorbereitung mit dem Sieg gegen die Austria richtig gut gestartet, und dann hat das Ganze eine Entwicklung genommen, die so niemand auf dem Schirm hatte und die, um ehrlich zu sein, teilweise schwer zu erklären ist.
Was war ausschlaggebend für diese Situation?
Ich formuliere es am besten so: Die Roten Karten und Verletzungen haben uns natürlich nicht in die Karten gespielt, was aber keine Ausrede sein soll. Wir haben jetzt in der langen Länderspielpause die Zeit gut genutzt, damit wirklich jeder Einzelne weiß, worum es geht. Es wurde sehr viel kommuniziert und analysiert. Aber um am Ende wieder in die Spur zu finden, geht es nur über intensives Training und harte Arbeit.
Wird in so einer schwierigeren Phase der Ton rauer?
Es ist schon lauter geworden, aber trotzdem immer auf einer sachlichen Ebene. Ich glaube, dass es sowieso nur über ehrliche und offene Kommunikation funktioniert. Am Ende des Tages liegt es an uns Spielern, aus dieser Gasse herauszufinden. Und so geradeaus muss ich sein: So eine Situation macht etwas mit uns Spielern. Es gab harte Aussprachen, und Kritik trifft einen immer, sie tut weh. Aber jeder muss lernen, sie anzunehmen, sonst wird‘s schwierig.
Kurzurlaub gab es keinen?
Das ist eigentlich nie wirklich so formuliert worden, dementsprechend kann es jeder auslegen, wie er will. Simon Piesinger und ich waren beispielsweise in Wien beim Trainerkurs – es war das letzte Modul für die UEFA-B-Lizenz – danach hatten wir noch Training und drei Tage frei.
Und nun zu Ihnen persönlich. Sie kommen heuer in der Bundesliga bis dato auf 105 Spielminuten. Das ist definitiv nicht Ihr Anspruch, oder?
Absolut nicht, wobei es teilweise auch der Situation geschuldet war, sprich: den Ausfällen und frühen Ausschlüssen. Solche Dinge werfen einen konkreten Spielplan natürlich durcheinander. Aber ich bin nicht der Typ, der deswegen aufgibt – im Gegenteil. Ich gehe in jedem Training voran und irgendwann kommt hoffentlich die Belohnung.
Ist so eine Meisterschaftspause auch eher eine Chance, den Kopf freizubekommen?
Definitiv! Wenn du ein paar Tage mehr Zeit hast, um Dinge aufzuarbeiten, ist das wertvoll. Vor allem, wenn es nicht so läuft, hinterfragt man ja wesentlich mehr – bis ins kleinste Detail. Wir haben gut gearbeitet und die Probleme aufgearbeitet. Aber es ist ein Prozess, den jeder schnell verstehen muss.
Wie wichtig ist es jetzt auch, dass die erfahrenen Spieler vorangehen?
Sehr wichtig, ganz klar. Aber es reicht auch nicht, immer nur zu sagen: Die Routiniers müssen ran. Wir sind nun mal ein Kollektiv, und da müssen auch die Jungen alles am Platz lassen, damit das Werkl wieder zu laufen beginnt.
Haben es alle verstanden, worum es geht?
Aufgrund der Trainingsleistung sage ich ja!
Und dass Nicolas Wimmer extrem fehlt, ist logisch?
Klar, er fehlt in jeder Hinsicht. So eine lange Verletzungspause schmerzt und wir hoffen alle, dass er so schnell wie möglich wieder zurückkommt.
Am 11. Oktober (14.30 Uhr) geht’s zu Tabellenschlusslicht Altach. Ihre Einschätzung?
Wir wissen, in welcher Situation wir uns befinden, das kann man weder leugnen noch schönreden. Deshalb muss jeder das abrufen, was er kann, und wir als Team wieder dorthin kommen, wo wir schon einmal waren.