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Dieser 88-Jährige ist einer der ältesten steirischen Museumsbetreiber

Adolf Strohmeier bildet auf seinem Hof in St. Stefan ob Stainz das Landleben von 1850 bis 1970 ab. Darunter sind viele Objekte, die er mit der Kindheit verbindet.

Adolf (Adi) Strohmeier in seinem Bauernmuseum in Gundersdorf, St. Stefan ob Stainz
© KLZ / Julia Haslebner
Adolf (Adi) Strohmeier in seinem Bauernmuseum in Gundersdorf, St. Stefan ob Stainz
Julia Haslebner
Redakteurin Regionalredaktion Leibnitz & Deutschlandsberg

Wer Adolf Strohmeier sagt, muss auch Bauernmuseum sagen. Denn der Gundersdorfer (Gemeinde St. Stefan ob Stainz) ist mit seinem Museum fixer gesellschaftlicher Bestandteil des Ortes. Und mit seinen 88 Jahren der wahrscheinlich älteste Museumsbetreiber der Steiermark.

Familie und Freunde nennen ihn nicht nur liebevoll Adi, sondern auch „Museumsdirektor“. Ein Spitzname, der ihm gar nicht gefalle. Er selbst beschreibt sich bescheiden als „Betreuer von alten Sachen“. Denn auf seinem Hof gibt es an jeder Ecke etwas zu entdecken: „Wir haben zuerst alle unsere eigenen Objekte zusammengetragen, nach und nach haben auch die Leute aus der Umgebung Geräte hergebracht. Ich habe sicher ein paar Hundert Stücke insgesamt“, sagt Strohmeier.

Gäste aus Ungarn und Frankreich

Sie alle sind im ehemaligen Kuhstall auf circa 300 Quadratmetern untergebracht. Strohmeiers Großeltern betrieben eine Milchviehwirtschaft mit etwa 15 Kühen und zahlreichen Jungtieren. „Ich bin hier am Hof aufgewachsen und habe den Betrieb 1963 übernommen. 2009 hat mein Sohn Wolfgang die Wirtschaft aufgelöst und da fing alles an“, erzählt der 88-Jährige.

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Das Bauernmuseum in Gundersdorf, St. Stefan ob Stainz, gibt es seit 2009
Das Bauernmuseum in Gundersdorf, St. Stefan ob Stainz, gibt es seit 2009 © KLZ / Julia Haslebner

Auf die Frage, was ihm am meisten Freude an seinem Museum bereitet, antwortet er kurz und simpel: „Wenn wer kommt.” Und die Leute kommen etwa aus Wien, Ungarn, Frankreich und natürlich auch von nebenan oder von einer der Feuerwehren in der Umgebung. „Viele Wanderer oder Radfahrer machen auf ihren Ausflügen bei mir Halt. Zuletzt war eine Busgruppe aus Traiskirchen da, sogar mit Hund“, sagt Strohmeier. Fast alle von ihnen tragen sich ins Gästebuch, das im Museum aufliegt, ein.

Familiengeschichte zum Angreifen

So kommt es, dass etwa auch Einträge aus dem Jahr 1937 vorhanden sind. „Mein Großvater war Bürgermeister von Gundersdorf und hat das Gästebuch damals schon am Hof gehabt“, sagt der Museumsbetreiber stolz. Auch die Schreibmaschine, die direkt neben dem Buch steht - „eine Olivetti“ - stammt aus Großvaters Zeiten. Die Familiengeschichte lässt sich hier förmlich angreifen.

Meine Tante hat mit der Mühle gearbeitet, da habe ich mit der Hand hinein ins Rad gegriffen. So habe ich meinen halben kleinen Finger verloren.

— Adolf Strohmeier, Bauernmuseum Gundersdorf

Dasselbe versuchte Strohmeier in Kindheitstagen auch bei eine Mühle - mit schmerzhaften Folgen: „Meine Tante hat mit der Mühle gearbeitet, da habe ich mit der Hand hinein ins Rad gegriffen. So habe ich meinen halben kleinen Finger verloren“, erzählt der Weststeirer und zeigt seine rechte Hand. Aber auch mit der 25-Liter-Milchkanne oder der Dreschmaschine, die aus dem Jahr 1938 stammt und immer noch funktioniert, verbindet er so manche Kindheitserinnerung.

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An die linke Mühle verlor Adolf (Adi) Strohmeier ein Stück seines kleinen Fingers
An die linke Mühle verlor Adolf (Adi) Strohmeier ein Stück seines kleinen Fingers © KLZ / Julia Haslebner

„Letztes Jahr hat ein Besucher Getreide mitgebracht und wir haben eine Stunde lang mit der Maschine gedroschen, um es einfach auszuprobieren“, sagt Strohmeier und wirft den Motor kurzerhand an. „So alt und läuft immer noch“, sagt er strahlend. In seinem Museum finden sich Gerätschaften aus dem ländlichen Leben von 1850 bis in die 1970er-Jahre: Knüpfkörbe, Brotmühlen, eine Wäschemangel, eine Handbohrmaschine, Äxte, Krüge, Sägen, ein Webstuhl, Spindeln und Besteck.

Viele der Objekte haben sicher 100 oder mehr Jahre auf dem Buckel. Eine Zahl, bei der Für Strohmeier selbst Schluss sei: „Mit Hundert möcht ich‘s nicht mehr machen“, schmunzelt der Museumsbetreiber.