Manager gefunden! Oliver Bergauer übernimmt den kriselnden VSV
Favorit Oliver Bergauer (54) wird neuer Geschäftsführer der EC VSV GmbH. Unterschrift erfolgte am Montag. Und: Comeback des Kapitäns, Livestream-Setting ändert sich.
Zwei Wochen ist es auf den Tag genau her, da wurde der VSV vorerst gerettet. Die Saison ist im Moment gesichert, abgesehen von Schulden in Millionenhöhe wurden am 15. September aber zumindest die fehlenden rund 600.000 Euro aufgestellt, um den VSV in diese Spielzeit zu führen. Eine, in die die Adler ohne Führung gingen. Die GmbH, als die der Profibetrieb geführt wird, stand nach dem überraschenden Abgang von Martin Winkler ohne Geschäftsführer da, in der Übergangszeit ist aktuell der Verein, vertreten durch Obmann Manfred Herzog, als hundertprozentiger Gesellschafter zeichnungsberechtigt.
Keine Dauerlösung, das versteht sich von selbst. Die Suche nach einem neuen Geschäftsführer wurde forciert und nach dem vergangenen Wochenende auch abgeschlossen. So signierte Oliver Bergauer (54), früherer Geschäftsleiter der Kleinen Zeitung Kärnten & Osttirol, dann am Montag sein Arbeitspapier, eine erste Kontaktaufnahme mit der Mannschaft hat es ebenfalls schon gegeben.
„Der VSV ist weit mehr als ein Eishockeyverein. Er ist ein wichtiger Teil der Stadt Villach, der Region und des Kärntner Sports. Ich bringe meine Erfahrung aus der Wirtschaft, mein Netzwerk in der Region und meine persönliche Erfahrung als Trainer und Sportler ein“, sagt der neue VSV-Manager, der einst beim EC Gummern sportlich wirkte. Mit Bergauer hat sich unter vier Kandidaten jener durchgesetzt, der von Beginn an Favorit und auch schon bei der Krisensitzung vor zwei Wochen im Rathaus zu Gast war. „Wir haben uns bewusst für eine Persönlichkeit entschieden, die Verantwortung übernimmt, Themen aktiv angeht und den Verein auch nach außen gut vertreten kann“, sagt Herzog.
Am Dienstag machten die Adler die Verpflichtung nun offiziell, Bergauer wird die Agenden ab Donnerstag, 1. Oktober, übernehmen. Was nun auf ihn wartet? Eine sanierungstechnische Herkulesaufgabe. Es geht nun einmal darum, schnellstmöglich einen vollen Überblick über die Finanzen zu bekommen und abzuschätzen, ob eine immer noch drohende Insolvenz aus eigener Kraft abwendbar ist.
Was Liga, Klubs und der VSV selbst für die Rettung tun (müssen)
Die Liga tut indes das ihrige dazu, dass es weitergeht, zahlt die Schiedsrichterkosten für die Villacher und verlangt von den teilnehmenden Klubs, den Adlern je eine Leihgabe von rund 15.000 Euro zu überweisen. Argument? Der finanzielle Schaden wäre für jeden Klub höher, würden die Heimspiele gegen den VSV nicht stattfinden.
Auch spannend bleibt, ob man beim VSV personell noch etwas tun wird. Nicht auf sportlicher Ebene, auch wenn Nick Hutchison immer noch gezahlt werden muss, obwohl er nach dem Sommer nicht mehr zurückkam und man eigentlich noch einen Erstlinien-Center brauchen würde, sondern im „Back office“. Bis auf Herbert Hohenberger, zuständig für Sponsoring, und Lucca Ventre, Statistiker, Medien-Ansprechpartner, sind nicht mehr viele Mitarbeiter übrig.

Am Freitag (19.15 Uhr, sporteurope.tv) steht gegen Milano übrigens das erste Heimspiel an. Livestream-Host Hannes Martinz ist übrigens auch nicht mehr Teil des Teams hinter dem Team. So wird Torhüterlegende Gert Prohaska in Personalunion für Kommentar und Expertise zuständig sein. Unterstützt von Gästen wie u. a. Greg Holst und von Moderator und Hallensprecher Gerhard Oberrauner vor, nach und zwischen den Dritteln.
Der Kapitän kehrt am Mittwoch endlich zurück
Sportlich geht es aber schon am Mittwoch (19.15 Uhr) weiter, mit dem fünften Auswärtsspiel in Folge. Die Adler gastieren dabei in Fehervar und dürfen sich über die Rückkehr von Kapitän Alexander Rauchenwald nach überstandenem Kreubandriss freuen. Blau-Weiß muss somit nur mehr auf Abwehrspieler Thomas Vallant verzichten.