Marathon-Sieger Leon Fian: „Bei Kilometer 26 habe ich schon gekrampft“
Der Mühldorfer Physiotherapeut Leon Fian (27) triumphierte beim Wörthersee-Marathon – und das bei seiner Premiere.

Vom Mölltal an den Wörthersee – und dort gleich ganz nach oben: Leon Fian hat bei seinem ersten Marathon überhaupt für einen bemerkenswerten Einstand gesorgt. Der Physiotherapeut gewann den Wörthersee-Marathon und lief die 42,195 Kilometer in 2:34 Stunden. Dass ausgerechnet der Mann, der beruflich Menschen wieder auf die Beine bringt, bei seiner Marathon-Premiere – zuvor war er ausschließlich Halbmarathons gelaufen – selbst so richtig aufdreht, passt irgendwie ins Bild.
„Bei Kilometer 36 hatte ich den Gedanken, dass ich das wirklich packen könnte. Dabei habe ich bei Kilometer 26 schon gekrampft und zu meinem Vater gesagt: Ich schaffe es wohl nicht ins Ziel.“ Doch Siegfried Maurer, der Führungs-Radfahrer, habe ihm immer wieder gut zugeredet und ihn gepusht. „Da musste ich ihn danach anrufen und mich dafür bedanken“, erzählt der Kärntner. Dabei war das hohe Tempo eigentlich gar nicht geplant. „Ich war in der Vorbereitung auf einen Halbmarathon. Doch als ich dann registriert habe, dass ich führe, dachte ich mir: Das muss ich jetzt riskieren. Und so eine Chance, noch dazu bei einem Heimrennen, bekommt man sicherlich nicht oft.“ Die Strapazen waren die Tage danach allerdings noch deutlich zu spüren: „Meine Oberschenkel sind noch tot.“

Die Leidenschaft für den Laufsport entflammte bei Fian mit 17 Jahren, als er bei einem Treppenlauf im Mölltal entdeckt wurde. Inzwischen hat der 27-Jährige, der früher als Physiotherapeut bei Austria Klagenfurt tätig war, gemeinsam mit seiner Freundin Kathi eine eigene Praxis. Der Fokus liegt dabei großteils auf dem Laufsport. „Wir machen Therapie, Laufanalysen, laufspezifisches Training und bieten Check-ups an. Außerdem arbeite ich für ein paar Stunden in der WAC-Akademie im Klagenfurter Stadion.“
Trotz seines Trainingspensums gibt der Schützling von Ex-Marathon-Ass Roman Weger zu, dass er insgeheim noch mehr aus sich herausholen könnte – etwa beim Thema Ernährung. „Ich trainiere professionell, auf 140 bis 160 Kilometer pro Woche komme ich in etwa. Aber durch meinen Vollzeitjob bleibt es ein Hobby.“ Fian beschreibt sich selbst als „einfach gestrickt. Ich bin sehr fokussiert, direkt und geradlinig, aber dennoch sehr locker. Ich lebe ziemlich normal und versuche trotzdem, nichts auszulassen. Ich mache genau jene Dinge, die mir richtig Spaß machen.“
In vier Wochen will der 27-Jährige in Valencia einen Halbmarathon absolvieren – und hat dabei eine ganz konkrete Vision: „Ich möchte endlich unter 1:10 Stunden laufen. Das versuche ich seit vier Jahren“, sagt Fian mit einem Schmunzeln. Für 2027 hat er außerdem den Vienna City Marathon im Visier. „Heuer war ich leider verletzt.“ Und der große Traum? „Das wäre ein Start beim New-York-Marathon!“