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Gerhard Zeilers Vorgehen ist für Seltenheim (SPÖ) „fahrlässig“

Medienmanager Gerhard Zeiler will die SPÖ übernehmen. Laut dem Bundesgeschäftsführer der Partei, Klaus Seltenheim, fehle es Zeiler an einem konkreten Plan und an Unterstützern.

Klaus Seltenheim (SPÖ)
© APA/HELMUT FOHRINGER
Klaus Seltenheim (SPÖ)
Felix Neumann
Redakteur News & Social Media

Nachdem Medienmanager Gerhard Zeiler vor dem Wochenende in die Offensive ging und sich offiziell als Kandidat für den SPÖ-Parteivorsitz anbot, trat er am Sonntagabend in der „ZiB 2“ auf. „Ich bin kein Marxist, ich bin kein Klassenkämpfer“, erklärte der 71-Jährige, wie er anstelle von Vizekanzler Andreas Babler die Partei aus dem Umfragetief retten möchte. SPÖ-Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim ließ das Interview „ein bisschen sprachlos“ zurück, wie er am Montag im Ö1-Morgenjournal sagte.

Seltenheim sehe bei Zeilers Ansichten „eigentlich keine Änderung von dem, was die SPÖ aktuell tut und was die Regierung macht“. „Ich finde nicht, dass er einen konkreten Plan darlegt“, so Seltenheim. Der rote Bundesgeschäftsführer hob die Unterschiede zwischen Babler und seinem Herausforderer Zeiler hervor: „Andi Babler hat ein Mandat und Gerhard Zeiler hat Vorstellungen. Der Andi Babler ist vor sechs Monaten am Parteitag gewählt worden, er ist Vizekanzler dieser Regierung.“

Bei uns werden die Vorsitzenden gewählt und nicht über Interviews „geputscht“

— SPÖ-Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim

„Es steht sehr viel auf dem Spiel“

Zeiler forderte am Sonntag eine wirtschaftsfreundlichere Politik – diese betreibe die SPÖ durchaus, so Seltenheim im ORF-Radio: „Bis jetzt habe ich von Gerhard Zeiler gehört, er möchte die Sonntags-Ladenöffnungszeiten ändern. Wir in der Regierung setzen beispielsweise den Industrie-Strompreis durch.“ Dass Personal in den heimischen Kindergärten fehlt, könne auch ein neuer Vorsitzender nicht von heute auf morgen ändern: „Ich wüsste jetzt auch nicht, wie das Gerhard Zeiler schneller machen sollte“, sagt Seltenheim.

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„Ich finde, dass zum jetzigen Zeitpunkt auch diese Herangehensweise, da vielleicht sogar ein bisschen hineinzustolpern, eher fahrlässig ist. Es steht sehr viel auf dem Spiel. Während wir hier wieder einmal über einen möglichen SPÖ-Kandidaten an der Spitze reden, sind gestern die Identitären in Wien aufmarschiert“, so Seltenheim. Mit den Umfragewerten sei „niemand zufrieden, keine Frage, aber es glänzt auch die ÖVP nicht in den Umfragewerten“, sagt der SPÖ-Bundesgeschäftsführer.

„Kein Plan, keine Unterstützer“

Für Seltenheim sei klar, dass der Weg laut neuem Parteistatut jedenfalls über die Mitglieder führt: „Ich würde auch vorschlagen, dass, wenn man Parteivorsitzender der SPÖ werden will, man mit den Mitgliedern spricht und nicht mit der ‚Kronen Zeitung‘. Bei uns werden die Vorsitzenden gewählt und nicht über Interviews ‚geputscht‘.“ Zeiler habe „einen beeindruckenden Lebenslauf und viel vorzuweisen“, aber „ohne offensichtlichen Plan und offensichtliche Unterstützer die Partei und in weiterer Folge auch die Regierung zu destabilisieren, halte ich wirklich für fahrlässig“. Die SPÖ müsse aufhören, öffentlich zu streiten, mahnt Seltenheim.