Erfolgreicher Kampf gegen Asbest: Minex baut kein Werk in Zeltweg
Zwölf Jahre lang kämpfte die „Bürgerinitiative für ein lebenswertes Aichfeld“ gegen den Bau eines Verhüttungswerks in Zeltweg. Jetzt verkündete Minex das endgültige Aus.

Im April 2014 präsentierte eine Firma namens Minex ein Großprojekt. Ein neues Verhüttungswerk sollte 100 Arbeitsplätze und eine Investition von 80 Millionen Euro nach Zeltweg bringen. Mehr als zwölf Jahre später steht fest: Dieses Projekt ist gestorben.
Bürgermeister Günter Reichhold verlas in der jüngsten Gemeinderatssitzung ein Schreiben von Minex-Geschäftsführer Maleachi Bühringer. Er ist auch Geschäftsführer der deutschen Refratechnik Holding GmbH, zu der Minex mehrheitlich gehört.
Betreiber nennt seine Gründe
Bühringer informiert, den Bau des Verhüttungswerks neben dem Holzinnovationszentrum nicht weiterzuverfolgen. Als Gründe nennt er gestiegene Investitionskosten, Inflation, hohe Energiepreise, zu wenig Unterstützung von der Politik und eine lange Verfahrensdauer. Die „Bürgerinitiative für ein lebenswertes Aichfeld“, die sich über die Jahre gegen das Projekt gestemmt hat, kommt in dem Schreiben nicht vor.
Beobachter wissen freilich, dass der Kampf dieser Initiative und ihre Ausschöpfung aller Instanzen und rechtlichen Möglichkeiten die Hauptgründe für das Scheitern des Industriebaus sind. Vor allem warnten die Gegner vor einer massiven Asbestbelastung, die in der Region durch die Verarbeitung von asbesthältigem Gestein verursacht worden wäre.

Überraschend kommt das Aus für das Projekt nicht. Im Dezember des Vorjahres verriet ein namentlich nicht genannter Minex-Manager der Kleinen Zeitung, dass die Refratechnik aus dem Projekt aussteigen wolle (wir berichteten). Eine offizielle Bestätigung dafür gab es damals nicht, diese wurde nun in dem Schreiben an den Zeltweger Bürgermeister nachgereicht.
Firma kauft Minex-Grund
„Ich nehme diese Entscheidung des Investors zur Kenntnis“, sagt Bürgermeister Reichhold. Er sei froh, dass damit die über Jahre hochemotional geführte Diskussion vom Tisch sei. Und es gebe bereits eine erfreuliche Folgewirkung. Die in Bergheim bei Salzburg ansässige Firma „Emig“ hat laut Reichhold Grund von Minex gekauft. Emig beschäftigt sich mit Projekten im Bereich erneuerbarer Energie, etwa Ökostromanlagen und Batteriespeichersystemen. Was diese Firma in Zeltweg plant, ist noch nicht bekannt.
Reaktion der Bürgerinitiative
Glücklich mit dem Aus für das Minex-Projekt ist Alexander Stöhr. Der Haubenkoch vom Restaurant im Zeltweger Schloss Farrach ist Obmann der „Bürgerinitiative für ein lebenswertes Aichfeld“. Mit Mitstreitern aus der ganzen Region hat er über mehr als ein Jahrzehnt an vordester Front gegen das Werk gekämpft. „Wir blicken in eine asbestfreie Zukunft und können aufatmen“, freut er sich. Die Region wäre durch Asbest und Feinstaub belastet worden, das Werk hätte zudem Unmengen an Energie und Wasser verbraucht.
Keine Auflösung
Die Bürgerinitiative bleibt weiter bestehen. So ist der Bau einer seit Jahren umstrittenen Baurestmassen- und Asbestdeponie im nahegelegenen Fisching (Gemeinde Weißkirchen) nicht vom Tisch. „Dort gibt es zwar eine sehr aktive Gemeinde und eine Bürgerinitiative, aber wenn es notwendig wird, kämpfen wir dort mit“, so Stöhr. Auch sonst werde man wachsam bleiben. Dass Minex gescheitert ist, will man im Zuge eines Vereinsabends feiern.