Ralf Rangnick: „Franco Foda ein extrem sympathischer Kollege“
Der ÖFB-Teamchef betont vor dem direkten Duell, dass er sich gut mit seinem Vorgänger versteht. Foda fühlt sich an die Aufbauarbeit in Österreich erinnert.

Bereits am Sonntag kommt es zum Gipfel der beiden Auftaktsieger in der Nations-League-Gruppe. Wie Österreich hat auch der Kosovo dank eines 1:0-Heimsiegs gegen Irland seine erste Begegnung gewonnen. Im Happel-Stadion steigt das prestigeträchtige Duell von ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick mit seinem Vorgänger Franco Foda, vor dem beide Trainer bemüht sind, nicht zusätzliche Brisanz aufzubauen.
Nach dem Israel-Match reagierte Rangnick auf eine Foda-Aussage im Interview mit der Kleinen Zeitung: „Franco hat gesagt, dass wir uns bereits 1995 das erste Mal begegnet sind, als er Patient in unserem Rehazentrum war und ich mit ihm durch den Wald gejoggt bin. Nachdem er das gesagt hat, hatte ich wieder eine vage Erinnerung daran. Von alleine wäre ich nicht mehr darauf gekommen“, schmunzelt der nunmehrige rot-weiß-rote Chefcoach und berichtet, dass sich Foda und er in den letzten Jahren einige Male über den Weg gelaufen seien: „Ich verstehe mich mit ihm sehr gut. Er ist ein angenehmer, extrem sympathischer Kollege.“
Ich verstehe mich mit ihm sehr gut. Er ist ein angenehmer, extrem sympathischer Kollege.
— Ralf Rangnick
Es ist anzunehmen, dass auch abseits vom Persönlichen gegenseitige Wertschätzung für die Arbeit des Gegenübers gegeben ist, schließlich hätte Foda Außenseiter Kosovo beinahe sensationell zur WM geführt. Der 60-Jährige fühlt sich in Sachen Entwicklung seiner Mannschaft an seine Zeit als ÖFB-Teamchef erinnert, als Akteure wie Konrad Laimer, Xaver Schlager, Christoph Baumgartner, Philipp Lienhart oder Sasa Kalajdzic noch nicht die routinierten Kräfte von heute waren.

Im Kosovo wird eine aufstrebende Generation vom Hoffenheim-Trio Albian Hajdari, Leon Avdullahu und Fisnik Asllani angeführt. Dazu kommen trotz des Rücktritts einiger Routiniers um Kapitän Amir Rrahmani (Napoli) gestandene Akteure wie Goalgetter Vedat Muriqi (Fenerbahce), Edon Zhegrova (Juventus) oder Mergim Vojvoda (Udinese). Zudem feierte gegen Irland der erst 17-jährige Erblin Osmani aus dem Nachwuchs des FC Bayern sein A-Team-Debüt.
Ich sehe als unsere Aufgabe, dass wir auch für die Zeit, wenn Franco Foda einmal nicht mehr Nationaltrainer ist, etwas Nachhaltiges hinterlassen.
— Franco Foda
Eine Breite wie im ÖFB-Team sei im Kosovo noch nicht vorhanden. Speziell die ganz jungen Talente müssten sich erst noch entwickeln. „Ich glaube, dass wir in zwei, drei Jahren einen Kader haben, der dann einige Jahre ident bleiben kann“, meint Foda, „ich sehe als unsere Aufgabe, dass wir auch für die Zeit, wenn Franco Foda einmal nicht mehr Nationaltrainer ist, etwas Nachhaltiges hinterlassen.“