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Rauch über der Oststeiermark: „Ist das wirklich mein Haus?“

Mittwochabend brannte ein Wohnhaus im oststeirischen Hirnsdorf. Zehn Katzen verendeten. Die beiden Hausbewohner waren nicht zuhause und blieben unverletzt. Sie stehen jetzt vor dem Nichts.

200 Einsatzkräfte waren am Mittwochabend bei einem Wohnhausbrand im oststeirischen Hirnsdorf im Einsatz
© KLZ / Julia Kammerer
200 Einsatzkräfte waren am Mittwochabend bei einem Wohnhausbrand im oststeirischen Hirnsdorf im Einsatz
Julia Kammerer
Teamleiterin Regionalredaktion Weiz

Es ist ein grauenhafter Anblick, der sich zwei Tage nach dem Großbrand in Hirnsdorf offenbart. Am Mittwochabend geriet im Ortsteil Weinberg ein Wohnhaus in Brand. 200 Feuerwehrleute aus der gesamten Region waren im Einsatz. 300.000 Liter Wasser wurden benötigt, um das Feuer zu löschen.

Am Freitag weht kühler Herbstwind einen beißenden Brandgeruch in die Nase. Immer wieder fahren am Freitag Schaulustige vorbei. Sie werden mit ihren Fahrzeugen vor der Brandruine langsamer, lassen die Scheiben herunter, machen Fotos. „Es ist schrecklich“, versucht Elisabeth F. die Situation in Worte zu fassen. 14 Jahre wohnte sie in dem Haus.

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Das Grundstück ist abgesperrt, das Haus einsturzgefährdet.
Das Grundstück ist abgesperrt, das Haus einsturzgefährdet. © KLZ / Julia Kammerer

Heute steht sie hinter einem Absperrband in Sicherheit, aber nur wenige Meter vom Haus entfernt. Die 49-Jährige kommt am späten Freitagnachmittag gerade aus Graz. 10 ihrer 14 Katzen waren im Feuer verendet. Mit einer der Überlebenden war sie gerade beim Tierarzt.

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Der Zutritt ist verboten.
Der Zutritt ist verboten. © KLZ / Julia Kammerer

Nach drei weiteren Katzen sucht sie fieberhaft. Sie sind ihr ein und alles. „Wir haben eine Lebendfalle aufgestellt. Aber sie stehen unter Schock und lassen sich nicht blicken“, erzählt sie und ist verzweifelt. Die Oststeirerin und ihr Vermieter – ihm gehört das Haus – bleiben glücklicherweise unverletzt. Beide befinden sich zum Zeitpunkt des Feuers nicht im Haus.

„Ich bin gerade von Hartberg gekommen, als mich mein Nachbar angerufen hat“, berichtet Felix L. Ihm gehört das Haus. Kurz vor Hirnsdorf erblickt er die Rauchwolke: „Ich dachte mir nur: Ist das wirklich mein Haus?“

Die Rauchwolke im Ortsteil Weinberg war auch von einigen Ortschaften weiter weg erkennbar
© BFV Weiz
Die Rauchwolke im Ortsteil Weinberg war auch von einigen Ortschaften weiter weg erkennbar

Als der 60-Jährige eintrifft sind auch schon zahlreiche Feuerwehren vor Ort. „Die Nachbarn waren so hilfsbereit“, sagt der Oststeirer, ehe er das Gespräch abstoppt und um Worte ringt. Erinnerungen kommen hoch. Mehr als 30 Jahre zuvor war in dem Haus schon mal ein Feuer ausgebrochen. „Dass das noch einmal passiert, damit rechnet man nicht.“

Felix L. ist am Freitag mit seiner Untermieterin – die beiden wohnten in getrennten Einheiten – zum Haus gekommen, um nach den Katzen zu sehen. Mit Blick auf das verkohlte Haus kommen viele Emotionen hoch. Einerseits Schuldgefühle: „Wenn jemand von uns da gewesen wäre, hätten wir das Haus vielleicht noch retten können“, meint Elisabeth F. – andererseits Glück. Nicht auszumalen wäre ein anderer Ausgang.

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Die Brandursache ist noch nicht geklärt. Nächste Woche sollen Sachverständige das Haus begutachten. Felix L. wohnt inzwischen bei unmittelbaren Nachbarn. Mithilfe der Gemeinde und Feistritztals Bürgermeister Josef Lind kommt Elisabeth F. in der Nachbargemeinde unter.

Und dennoch stehen die beiden vor dem Nichts. Keine Kleidung, keine persönlichen Gegenstände konnten sie retten. „Wir dürfen das Haus ja nicht betreten“, sagt die Oststeirerin bestürzt.

Eine Dauerlösung ist die Wohnsituation nicht. Das betonen beide. Die 49-Jährige hofft eine Wohnung oder ein Haus in der Umgebung zu finden. Wo sie und ihre Tiere zur Ruhe kommen können: „Denn meine Katzen müssen mit.“

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