Leobener Experte für Eisenbahn in Istrien trug bei Tagung in Pula vor
Egbert Peinhopf aus Leoben beschäftigt sich seit 15 Jahren mit dem Thema Eisenbahngeschichte in Istrien und hat schon drei Bücher veröffentlicht. Nun war er zur Fachtagung in Pula als Referent eingeladen.

Großer Bahnhof herrschte vor einigen Tagen bei den Feierlichkeiten zum 150. Jubiläum der K. K. Istrianer Staatsbahn im kroatischen Pula. Mittendrin im Geschehen: der pensionierte Lehrer Egbert Peinhopf aus Leoben, der bis zuletzt an der Mittelschule Trofaiach unterrichtete.
Eisenbahnen interessieren den 72-Jährigen schon sein ganzes Leben lang. Seit 15 Jahren beschäftigt sich Peinhopf intensiv mit der Eisenbahnhistorie in Istrien. Das führte ihn quasi wie auf Schienen zur Einladung als Referent bei einer Fachtagung in Pula, die zum runden Jubiläum über die Bühne ging.

Im Zuge seiner jahrelangen Recherchen zu diesem sehr speziellen Thema knüpfte Peinhopf auch den Kontakt zu Bruno Dobric, Universitätsprofessor in Pula und Chef des Vereins „Viribus unitis“: „Dieser Verein befasst sich mit maritimer und kultureller Geschichte in Istrien“, erläutert der Leobener.
Dobric schrieb Peinhopf an und fragte ihn, ob er als ausgewiesener Experte für das Thema historische Eisenbahn in Istrien nicht an den Feierlichkeiten samt Fachtagung teilnehmen und einen Vortrag halten möchte. Peinhopf sagte zu und hielt seinen Vortrag in englischer Sprache, um sich dem internationalen Publikum besser verständlich zu machen.
„Toll und hochprofessionell“
„Ich war extrem begeistert, wie toll und vor allem auch wie hochprofessionell die ganze Festveranstaltung in Pula aufgezogen war“, erzählt Peinhopf. So habe es auch eine eigene Sonderzugfahrt, eine schöne Ausstellung auf der Festung in Pula, ein Kostümspiel und einen Auftritt eines großen Orchesters gegeben.

Einen Namen gemacht hat sich Peinhopf bei den Liebhabern historischer Eisenbahnen spätestens im Jahr 2017, als er sein erstes und heute längst vergriffenes Fachbuch „Eisenbahn in Istrien einst und heute“ veröffentlicht hat. Mehr oder weniger zeitgleich kam damals Peinhopfs Bildband „Eisenbahnimpressionen aus Istrien“ heraus. Es ist ebenfalls vergriffen.
Drittes und bisher letztes Buch
Beide Bücher sind damals im Verlag bahnmedia.at erschienen, im Jahr 2022 brachte Peinhopf noch ein weiteres Buch auf den Markt. „Als Istrien noch bei Österreich war“, lautet der Titel: „Es umfasst themenmäßig wesentlich mehr als die ersten Veröffentlichungen. Ich habe im Laufe der vielen Jahre, die ich für das erste Buch Nachforschungen angestellt und Reisen unternommen habe, so viel Material gesammelt, das ich auch für dieses Buch noch genügend hatte“, schmunzelt Peinhopf.

Ursprünglich sei seine Triebfeder, sich in das Thema historische Eisenbahnen in Istrien zu versenken, der Umstand gewesen, dass er praktisch kein Material finden habe können. Also habe er sich entschlossen, eigene Recherchen anzustellen. Freilich sei er auch immer schon ein ganz großer Fan von Istrien gewesen: „In diesem Sinne hat sich einfach alles fast von selbst ergeben.“
Ein gern gesehener Gast
Viele Besuche in Bibliotheken, etliche Reisen in den Süden und unzählige persönliche Gespräche nach Beginn seiner Recherchen hat Peinhopf beste Drähte in alle Teile Kroatiens und überall gern gesehener Gast – wie zuletzt in Pula. Er habe allerdings nicht angedacht, noch ein weiteres Buch zu verfassen.