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Köflacher Gemeinderat zieht Einspruch gegen SPÖ-Ausschluss zurück

Weil sie entgegen Beschlüssen in den Parteigremien Marco Gratzer zum Köflacher Vizebürgermeister machten, wurden Christopher Suppan und Marco Gratzer von der SPÖ ausgeschlossen. Suppan nimmt den Ausschluss nun hin.

Christopher Suppan zog seinen Einspruch gegen den Ausschluss aus der SPÖ zurück
© Christopher Suppan
Christopher Suppan zog seinen Einspruch gegen den Ausschluss aus der SPÖ zurück
Rainer Brinskelle
Teamleiter Regionalredaktion Voitsberg

Turbulente und emotional aufwühlende Monate hat der Köflacher Gemeinderat Christopher Suppan hinter sich. „Schon im vergangenen Dezember hatte ich erstmals Angina pectoris, da wurde mir gesagt, dass ich aufpassen soll. Heuer im Juni hatte ich dann einen Herzinfarkt mit 41 Jahren. Das steht alles nicht dafür, meine Gesundheit komplett aufs Spiel zu setzen“, sagt der Weststeirer.

Er rückte im Dezember 2025 für die SPÖ in den Köflacher Gemeinderat nach, nachdem sich die damalige Stadtparteiobfrau und Vizebürgermeisterin Gabriele Gschiel infolge des nicht wunschgemäßen Abschneidens bei der Gemeinderatswahl aus der Politik zurückgezogen hatte. Im Gemeinderat sorgten Suppan und Gratzer allerdings für einen politischen Eklat: Obwohl parteiintern Christian Veit zum neuen SPÖ-Fraktionsvorsitzenden bestimmt worden war, brachten Gratzer und Suppan im Gemeinderat bei der Wahl zum SPÖ-Vizebürgermeister einen anderslautenden Wahlvorschlag ein.

Von der SPÖ ausgeschlossen

Das Duo wählte Gratzer zum neuen Vizebürgermeister, in der Folge wurden sie von der Landes-SPÖ aus der Partei ausgeschlossen. Das führte auch zur folgenden kuriosen Konstellation: Die parteifreien Mandatare Gratzer und Suppan bilden gemäß Gemeindeordnung die SPÖ-Fraktion, der einzige verbliebene SPÖ-Mandatar Christian Veit vertritt seine Partei solo im Köflacher Gemeinderat.

Christopher Suppan wurde am 16. Dezember 2025 im Gemeinderat angelobt
© KLZ / Rainer Brinskelle
Christopher Suppan wurde am 16. Dezember 2025 im Gemeinderat angelobt

Während Gratzer den Ausschluss aus der Partei hingenommen hatte, legte Suppan Einspruch ein, ein Schiedsgerichtverfahren wurde gestartet. Wegen seiner gesundheitlichen Probleme und Ärger über innerparteiliche Machtspiele sowie „schwerwiegender juristischer Drohungen“ seitens der SPÖ zog er am Freitag seinen Einspruch zurück. „Über ein Jahrzehnt lang habe ich mich mit voller Überzeugung, Herzblut und großem persönlichem Einsatz für diese Partei und die Menschen vor Ort engagiert. Das Parteibuch hat unter diesen Umständen jeden Wert für mich verloren. Nach einem schweren medizinischen Notfall haben sich meine Prioritäten grundlegend verschoben“, betont Suppan.

Gesundheit steht an erster Stelle

Seine Gesundheit und das Wohl der ihm nahe stehenden Menschen stünden ab sofort an erster Stelle. Sein Mandat im Gemeinderat werde er aber weiter parteilos ausüben. „Denjenigen in Graz, die weiterhin damit beschäftigt sind, ehrliche und engagierte Weggefährten systematisch zu vergraulen, wünsche ich viel Erfolg auf diesem Weg in die Bedeutungslosigkeit“, betont der Köflacher abschließend.