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Dreh: Für Steirerkrimi wird Kleine Zeitung zum „Steirer-Express“

Der Newsroom der Kleinen Zeitung wurde zum Drehort für einen neuen „Steirerkrimi“ – ein Mord an einem Investigativjournalisten muss aufgeklärt werden.

Steirerkrimi-Dreh im Newsroom der Kleinen Zeitung: die Kriminalisten Hary Prinz und Maya Unger befragen Chefredakteur Stefko Hanushevsky
© KLZ / Nico Lang
Steirerkrimi-Dreh im Newsroom der Kleinen Zeitung: die Kriminalisten Hary Prinz und Maya Unger befragen Chefredakteur Stefko Hanushevsky
Nina Müller
Bundesland Steiermark | Graz

„Nein, ermordet wird bei euch im Newsroom keiner“, hat die Produktionsfirma Allegro Film schon im Vorfeld beruhigt. Ermittelt wird aber sehr wohl: Eine Szene für die neue „Steirerkrimi“-Folge „Steirerflucht“ spielt direkt im Newsroom der Kleinen Zeitung am Grazer Gadollaplatz. Es geht um den Mord an einem Investigativjournalisten, der vor seinem Tod an der Aufdeckung eines vermeintlichen Korruptionsfalls gearbeitet hat.

Während am anderen Ende des Großraumbüros unermüdlich recherchiert und formuliert wird, wurde die südliche Hälfte für einen Nachmittag ins Homeoffice geschickt. Denn sie verwandelt sich kurzerhand in eine ganz andere Zeitung – den „Steirer-Express“. „Es ist eine steirische Boulevardzeitung, ein bisschen angelehnt an Oe24 oder Bild“, sagt Regisseur Wolfgang Murnberger, der mit seiner Frau Maria auch für die Drehbücher verantwortlich zeichnet. Weil man stets versucht, aktuelle Themen einfließen zu lassen, wird diesmal auch die momentane Medienkrise spürbar: So sind beim „Steirer-Express“ die Arbeitsplätze „dank“ KI nur noch spärlich besetzt, das Boulevardblatt nimmt es nicht so genau mit Parteianzeigen – und zum Jahresabo werden Airfryer angeboten.

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Gestatten: Thomas Plauder, David Knes und Alice Samec vom „Steirer-Express“, äh, Kleine Zeitung
Gestatten: Thomas Plauder, David Knes und Alice Samec vom „Steirer-Express“, äh, Kleine Zeitung © KLZ / Stefan Pajman

Stefko Hanushevsky (bekannt u. a. aus „WaPo Duisburg“) gibt den Chefredakteur, der zuvor die Leiche seines Mitarbeiters in dessen Haus entdeckt hat. Nun wird er von Maya Unger (Lena Herzog) und Hary Prinz (Sascha Bergmann) an seinem Arbeitsplatz zu den Umständen befragt. Für den Korruptionsfall, an dem der Journalist gearbeitet hatte, haben sich die Murnbergers übrigens von der österreichischen „Blaulichtfunk-Affäre“ Anfang der 2000er-Jahre inspirieren lassen.

Im Hintergrund werden auch drei „waschechte“ Kleine-Zeitung-Journalisten zu Mitarbeitenden des „Steirer-Express“: Alice Samec, die sonst am Desk u. a. den wichtigsten Nachrichten-Überblick zusammenstellt, David Knes aus der Außenpolitik- und Podcast-Redaktion und Gesellschaftsreporter Thomas Plauder. Ihr großer Vorteil in der Komparserie: Im Gegensatz zu den meisten Statistinnen und Statisten können sie einfach ihrer normalen Arbeit nachgehen, statt wie sonst oft üblich stundenlang auf den Einsatz warten zu müssen. Nur telefonieren war verboten – und dann war da noch die Kleinigkeit mit der Kleidung: „Wir durften weder Schwarz noch Blau, Weiß oder Rot tragen, da bleibt fast nichts mehr übrig“, so die drei unisono.

„Ich habe es mir viel kleiner vorgestellt. Das schaut ja hier fast aus wie beim ORF am Küniglberg“, zeigt sich Hary Prinz vom Newsroom der Kleinen Zeitung beeindruckt. Der Wahlsteirer ist von Beginn an fester Bestandteil der „Steirerkrimi“-Reihe und verkörpert schon seit 2014 Sascha Bergmann vom LKA Graz. Die junge Ermittlerin an seiner Seite, Maya Unger, ist dem TV-Publikum erst aus einer Folge („Steirerstich“) bekannt, vor der Kamera steht sie aber schon zum vierten Mal als Lena Herzog.

„Steirerkrimi“-Erfinderin Claudia Rossbacher stattet den Dreharbeiten ebenfalls einen kurzen Besuch ab. Auch wenn die beiden aktuell entstehenden Folgen „Steirerzwang“ (im August und September in der Weststeiermark gedreht) und „Steirerflucht“ (gedreht wird bis Mitte Oktober in Graz, unter anderem in einem Haus in Andritz) diesmal nicht aus ihren Büchern entstanden sind, ist sie dem wichtigsten „Landkrimi“ stark verbunden, kennt alle Drehbücher des Ehepaars Murnberger und schaut immer wieder am Set vorbei. Derzeit schreibt sie an Band Nummer 16, der nächstes Jahr erscheinen soll. „Das Thema ist sehr cool und wurde in dieser Form noch nie in einem Krimi behandelt“, macht der Krimi-Profi schon einmal neugierig.

Gedulden müssen sich „Steirerkrimi“-Fans aber auch noch für die zwei jetzt gedrehten Folgen, die erst Ende 2027 ins TV kommen werden. Dafür stehen die Sendetermine für die im Vorjahr entstandenen Folgen fest: „Steirerbiest“ läuft am 24. November, „Steirerhass“ (gedreht u. a. im Furnierwerk Merkscha in Gratwein) am 1. Dezember, jeweils um 20.15 Uhr auf ORF 1.

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