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Die Herbsturlauber nehmen in Kärnten zu und geben mehr aus

Der Sommer war für die heimischen Tourismusbetriebe sehr erfolgreich. Diesen Schwung nehmen sie mit in die kommende Saison. Tourismusreform geht in die „heiße“ Phase.

Herbst am Wörthersee
© Kärnten Werbung/Pöschl
Paare ohne Kinder verreisen besonders gerne im Herbst
Bettina Auer
Wirtschaftsressort

Der Kärntner Tourismus hat in diesem Sommer vom schönen Wetter profitiert. Von Mai bis August wurden 6,4 Prozent mehr Ankünfte und ein Nächtigungsplus von 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnet. Allein im August gab es knapp 669.389 Ankünfte (vier Prozent plus) und 2,9 Millionen Nächtigungen (plus 0,8 Prozent). Im bisherigen Kalenderjahr verzeichnet Kärnten ein Übernachtungsplus von 2,7 Prozent und liegt damit sogar über dem österreichweiten Schnitt von 1,5 Prozent Zuwachs. Tourismusreferent Sebastian Schuschnig (ÖVP) spricht von einer sehr guten vorläufigen Sommerbilanz, auch wenn die endgültigen Zahlen noch nicht vorliegen und die Saison aufgrund der hohen Seetemperaturen noch läuft.

Gleichzeitig kündigt er einen „heißen Herbst bei der Umsetzung der Tourismusreform“ an, denn in den kommenden Wochen finden die konstituierenden Sitzungen der neuen Tourismusverbände statt, die ab Anfang 2027 ihre Arbeit aufnehmen. Wesentlich seien auch die für die Stärkung der Nebensaisonen wichtigen Investitionen in die touristische Infrastruktur, die durch den neuen Infrastruktur- und Mobilitätsbeitrag möglich werden.

Kärnten Werbung-Geschäftsführer Klaus Ehrenbrandtner und Tourismuslandesrat Sebastian Schuschnig 
© Kärnten Werbung/Horst
Kärnten Werbung-Geschäftsführer Klaus Ehrenbrandtner und Tourismuslandesrat Sebastian Schuschnig 

Seit vielen Jahren wird in Kärnten über den Ausbau der Nebensaisonen diskutiert. Bisherige Maßnahmen haben auch Früchte getragen. Von 2015 bis 2025 konnte die Zahl der Ankünfte im September und Oktober um 22 Prozent und die Zahl der Nächtigungen um 17,4 Prozent gesteigert werden. Kärnten Werbung-Chef Klaus Ehrenbrandtner sieht aber noch weiteres Wachstumspotenzial, weil etwa Urlauber aus der Schweiz besonders gern in dieser Jahreszeit verreisen. Die Herbsturlauber geben im Durchschnitt deutlich mehr aus als die Sommer-Gäste. Die meisten sind als Paar oder allein unterwegs und nächtigen im Vier-Stern-Hotel. Daher sind vor allem auch diese Betriebe motiviert, länger offen zu halten. „Der Herbst wird immer spannender“, betont Ehrenbrandtner.

Wandern, Radfahren, Kaltbaden

Neben dem Wandern und Radfahren sind diesen Gästen Kulinarik und Kultur sowie Entschleunigung wichtig. Vor allem Frauen fühlten sich bisher von der „Auszeit auf kärntnerisch“ mit Yoga und Kaltbaden angesprochen. „Aber die Männer holen auf“, sagt der Kärnten Werbung-Chef. Für diese Zielgruppe könnte auch der neue Alpe-Adria-Roadtrip in Kärnten und Italien, der nicht über Autobahnen, sondern großteils über Panoramastraßen führt, interessant sein. Dieser ist für Individualtouristen, die mit dem Auto, Motorrad oder Camper unterwegs sind, buchbar. Aber auch Reiseveranstalter haben den Alpe-Adria-Roadtrip bereits in ihr Programm aufgenommen.

Neben den Urlaubsgästen aus den österreichischen Nachbarländern will das Bundesland zunehmend auch weiter entfernte Märkte erschließen. Ehrenbrandtner berichtet von acht Reiseveranstaltern aus den USA, die zuletzt Kärnten besucht haben und die Destination als „very high potential“ eingestuft haben. Über eine Kooperation mit JÖ Reisen wird buchbarer Herbsturlaub in Kärnten angeboten. Darüber hinaus fließen 1,5 Millionen Euro in TV- und Radiospots sowie Medienkooperationen in allen Märkten.