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Alpine Schutzgebiete bündeln ihre Kräfte in Osttirol

In Matrei tagte das Netzwerk alpiner Schutzgebiete (ALPARC). 60 Teilnehmer aus sechs Ländern nahmen an Exkursionen im Nationalpark Hohe Tauern teil.

Rast beim „Auge Gottes“ auf dem Weg zum Gletschervorfeld des Schlatenkeeses
© Npht Jurgeit
Rast beim „Auge Gottes“ auf dem Weg zum Gletschervorfeld des Schlatenkeeses

Akteure alpiner Schutzgebiete, Forschende sowie Partner aus den Bereichen Naturschutz, Umweltbildung und Regionalentwicklung tagten kürzlich in Matrei. Im Rahmen des ALPARC-Sommerevents „TOGETHER for the ALPS“ tauschten sie sich über aktuelle Herausforderungen und zukunftsweisende Strategien für den Alpenraum aus. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Netzwerk alpiner Schutzgebiete (ALPARC) in Zusammenarbeit mit dem Nationalpark Hohe Tauern Tirol.

Rund 60 Teilnehmer aus sechs Ländern des gesamten Alpenraums diskutierten in Fachseminaren und Arbeitsgruppen über innovative Ansätze zur Erhaltung der biologischen Vielfalt, zeitgemäße Umweltbildung und nachhaltiges Besuchermanagement. Letzteres gewinnt durch den steigenden Nutzungsdruck auf sensible Bergregionen immer mehr an Bedeutung.

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Begrüßung der Tagungsgäste durch Peter Oggier, ALPARC-Präsident
Begrüßung der Tagungsgäste durch Peter Oggier, ALPARC-Präsident © Npht Jurgeit

Exkursionen ins Ködnitztal, ins Innergschlöss und ins Gletschervorfeld des Schlatenkeeses machten die Praxis direkt erlebbar: Die internationalen Experten besichtigten erfolgreiche Umsetzungen vor Ort – vom inklusiven Themenweg bis hin zur biodiversitätsfördernden Almwirtschaft. Auf der interaktiven Ausstellung „Alpine Ideenmesse“ lernten die Teilnehmenden zudem inspirierende Projekte kennen und knüpften wertvolle Synergien.

Neue Pflanzen besiedeln eisfrei gewordenen Boden

Der Klimawandel und das rasche Schmelzen der Gletscher verändern die alpine Landschaft massiv. Dies stellt Schutzgebiete vor herausfordernde, neue Managementaufgaben. Ein besonderer Meilenstein der Tagung war daher der offizielle Start des Interreg-AlpineSpace-Projekts „AfterAlpineIce“.  Das Projekt befasst sich mit der Erforschung, dem Schutz und dem Management neu entstehender, eisfreier Flächen. Beim ersten Treffen der Arbeitsgemeinschaft – bestehend aus zwölf Partnern aus sechs Alpenländern – wurden erste konkrete Umsetzungsschritte vereinbart. Diese beinhalten unter anderem standardisierte Felderhebungen zur Besiedlung von Gletschervorfeldern durch Pionierarten. Erste Untersuchungen in Osttirol bestätigen, dass bereits innerhalb von fünf Jahren bis zu fünf Blütenpflanzenarten den frisch eisfrei gewordenen Boden besiedeln.

Während der Konferenz fanden auch die Feierlichkeiten zum 30-jährigen Bestehen von ALPARC statt. Die Ergebnisse und der intensive Erfahrungsaustausch fließen in laufende und zukünftige Projekte der ALPARC-Partner ein. Nicht zuletzt ermöglichen diese internationalen Kooperationen auch die Lukrierung entsprechender europäischer Fördermittel für Projekte in den Regionen.