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600 Jahre alte Mühle in St. Johann bei Herberstein „ma(h)lt“ wieder

Teresa Katharina Binder hat der Mühle in St. Johann bei Herberstein mit viel Liebe zum Detail neues Leben eingehaucht. Ihr Kunstatelier auf drei Etagen ist nun auch als Verein ein Spielplatz für Erwachsene und Kinder.

Eine „Phantasiewelt“ ist in der alten Mühle entstanden, ein Ort, an dem die Künstlerin aber nicht mehr nur ihre eigenen Werke ausstellen will
© KLZ / Moritz Weinstock
Eine „Phantasiewelt“ ist in der alten Mühle entstanden, ein Ort, an dem die Künstlerin aber nicht mehr nur ihre eigenen Werke ausstellen will
Moritz Weinstock
Regionalredaktion Hartberg-Fürstenfeld

Mut und ein Stück weit Größenwahn gehören dazu, wenn man sich eines Projekts annimmt, dass die Dimensionen einer rund 600 Jahre alten Mühle hat. „Damals war hier alles voller Bauschutt und Gerümpel“, erinnert sich Teresa Katharina Binder. Trotzdem hat es die studierte Künstlerin vor rund fünf Jahren gewagt und dem mächtigen Gebäude an der Feistritz in St. Johann bei Herberstein neues Leben eingehaucht.

Schon als Kind sei ihr die Mühle am Flussufer aufgefallen, sie sei wie eine Art Geisterhaus gewesen, „ein Lost Place“, mit verrammelten Türen und Fenstern. Was die gebürtige Fürstenfelderin damals noch nicht wusste: Nach Stationen in Zürich und Graz, wo sie Kunst studierte, würde sie in die Oststeiermark zurückkehren und genau hier einen Ort finden, an dem sie ihre Kunst in einer Dauerausstellung präsentieren kann. Doch nicht nur das.

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Auf drei Etagen ist in der alten Mühle jede Menge Platz für Gemälde, Illustrationen, Kunstdrucke und Objekte
Auf drei Etagen ist in der alten Mühle jede Menge Platz für Gemälde, Illustrationen, Kunstdrucke und Objekte © KLZ / Moritz Weinstock

Aus dem eigenen Atelier wurde Kunst- und Kulturverein

Heute, fünf Jahre nachdem Binder das Gebäude von der Feistritzwerke-STEWEAG GmbH angemietet hat, wandelt der Besucher durch eine Mühle der besonderen Art. Aus dem Atelier der Künstlerin und Lehrerin für „Bildnerische Erziehung, Werken & Bühnenbild“ am Real- & Bundesgymnasium Fürstenfeld ist nun ein Kunst- und Kulturverein geworden.

„Die Mühle ma(h)lt wieda“ nennt sich dieser Verein, mit dem Binder die drei liebevoll renovierten Etagen der Mühle immer mehr für die Öffentlichkeit zugänglich machen will. „Im Sommer gibt es unter anderem Kreativwochen für Kinder“, so die Künstlerin. Manche sind Tages-Events, manche sind auch mit Übernachtung in der Mühle statt – „Pfadfinder-Style“, erklärt die Wahl-Müllerin lächelnd.

Kabaretts, Puppenspiele, Konzerte – das Programm des Vereins ist reichhaltig und soll auch in Zukunft weiter ausgebaut werden. Denn: Galt die Mühle damals als Ernährerin einer ganzen Region, so soll sie auch heute den Durst der Bevölkerung nach Kunst und kultureller Teilhabe stillen.

Kunst- und Kulturverein „Die Mühle ma(hl)t wieder“

Heuer steht die Mühle ganz im Zeichen ihres 600. Geburtstages. Vom 6. September bis 15. November ist sie deshalb an elf Sonntagen bei freiem Eintritt von 10 bis 18 Uhr für Interessierte geöffnet.

Am 18. Novemeber folgt die Veröffentlichung des neuen Kunstkatalogs von Teresa Katharina Binder mit Vortägen von Prof. Gottfried Allmer und Josef Salchinger, der als letzter Müller der Mühle von seinen Erlebnissen berichten wird. Start ist um 15 Uhr.

Adresse:
St. Johann bei Herberstein 56
82223 St. Johann bei Herberstein

Kontakt: 0664 1793037

Die nächsten Veranstaltungen des Vereins stehen bereits an
© Teresa Katharina Binder
Die nächsten Veranstaltungen des Vereins stehen bereits an